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10. August 2020
von easyCredit

Der richtige Fahrradhelm: Sicher und komfortabel auf dem Rad

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Beim Sturz leistet der Helm wahre Heldentaten: Er ist rein physikalisch ein Schutzschild für Ihr Gehirn. iStock.com/pixdeluxe

Wer sich für die umweltbewusste Fortbewegungsmethode des Fahrradfahrens entscheidet, sollte dabei auch unbedingt an seine Sicherheit denken. Im Ernstfall kann ein Fahrradhelm nämlich Leben retten. Wir erklären Ihnen darum:

 

Für Sicherheit gibt’s keine Ausreden. Auch Entschuldigungen wie etwa die unbeliebte Helmfrisur stehen nicht in Relation zur eigenen Gesundheit oder gar dem eigenen Leben. Ganz gleich ob Sie nur einige Meter mit dem Lastenrad zum Supermarkt rollen, mit dem Rennrad über Landstraßen sausen oder mit dem E-Bike eine längere Fahrradtour planen: Fahrradhelme gibt es für jeden Kopf, jede Geldbörse und jeden Fahrstil. Dabei bieten nahezu alle Modelle eine ausreichende Belüftung, bequeme Polster und ein geringes Gewicht.

 

Wie wichtig ist ein Fahrradhelm wirklich?

Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit einem entsprechenden Kopfschutz vermieden werden. Eine bundesweite Statistik über Fahrradunfälle mit und ohne Helm gibt es allerdings nicht. Wie viele von den verunglückten Radfahrern vielleicht noch eine Überlebenschance mit Helm gehabt hätten, ist daher nicht zu sagen.

Fest steht aber: Der Fahrradhelm schützt vor oberflächlichen Verletzungen von Haut und Gewebe, vor Schädelverletzungen und vor Hirnverletzungen. Da der Kopf rund ist, hat er bei einem Aufprall einen kleinen Kontaktbereich. Bei einem Fall mit hoher Geschwindigkeit wird der Schädel an der Kontaktstelle überlastet – was zu Schädelbrüchen führen kann. Der Helm verteilt diese Kraft auf eine breitere Kontaktfläche. Er ist außerdem stabiler als der menschliche Schädel.

Wann schützt ein Helm nicht?

Der Helm funktioniert natürlich nur in begrenztem Maß. Ist der Unfall sehr schwer, kann ein Schädelbruch auch mit einem Helm passieren. Denn das Tragen des Helms verhindert nicht den Unfall per se. Der Helm schützt jedoch den Kopf und das Gehirn vor schwereren Verletzungsfolgen und kann die einwirkende Energie deutlich mildern.

 

Bei einer Kollision mit einem Auto entstehen zwei Unfälle in einem: Der erste ist der Zusammenstoß, der zweite ist der daraufhin folgende Fall auf die Straße. Dieser sekundäre Aufprall ist besonders gefährlich. Hier besteht ein hohes Risiko einer Kopfverletzung. Eine Motorhaube kann vergleichsweise weich sein, die Straße nicht. Doch ein Auto kann einen Radfahrer an unterschiedlichen Körperstellen, wie beispielsweise den Beinen, erfassen – da hilft dann auch ein Helm nicht mehr.

Mit Helm ist auch die Zeit länger, die der Kopf bei einem Fall oder Zusammenstoß braucht, um in Kontakt mit der harten Oberfläche zu kommen. Und die Geschwindigkeit hingegen, mit der der Kopf gegen die Fläche trifft, ist geringer – was tödliche Verletzungen verhindern kann. Ein Fahrradhelm hat also ganz direkte physikalische Auswirkungen im Falle eines Unfalls.

 

Fahrradhelm nach Wunsch: neueste Technologien und gängige Modelle

Welcher Helm der richtige für Sie ist, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Neben zahlreichen Farbvarianten und Stilen ist vor allem die materielle Beschaffenheit entscheidend. Wie Fahrradhelme mit MIPS: dem sogenannten „Multi-directional Impact Protection System“ – auch unter dem Namen Gehirnschutzsystem bekannt. Obwohl diese Technologie bereits 1996 von Wissenschaftlern der Königlich Technischen Hochschule und einem Hirnchirurgen des Karolinska-Instituts in Stockholm entwickelt wurde, zählt sie bis heute zur modernsten Helmausstattung.

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MIPS – Brain Protection System

MIPS ist eine Sicherheitstechnologie für Helme. Helme dieser Art verfügen über eine schwimmend verarbeitete Innenschale, die sich mit der Rotationsbewegung des Kopfes bei einem schrägen Aufprall bis zu 15 Millimeter verschiebt und so einen Teil der Beschleunigungsenergie abbauen kann.

Natürlich ist auch Ihr Fahrstil ausschlaggebend: Gehören Sie zu den Vielfahrern, die überwiegend mit einem Rennrad oder Mountainbike unterwegs sind, sollte Ihr Fahrradhelm auch zum Gelände passen, auf dem Sie sich aufhalten. So bieten Rennradhelme beispielsweise eine andere Dynamik und Belüftung als Fahrradhelme für den Mountainbiker. Diese Unterschiede gibt’s übrigens auch schon bei Kinderhelmen.

Preislich muss ein guter Helm nicht unbedingt im Luxussegment liegen. Es gibt bereits sehr gute Discountermodelle für unter 50 Euro und optimale Rennrad- oder Mountainbike-Helme zwischen 50 und 100 Euro. Jeder dieser Helme muss demselben Sicherheitsstandard entsprechen, denn ohne diesen dürfte er in Deutschland nicht vertrieben werden. Dafür sorgt in der Europäischen Union die Verordnung 2016/425. Sogenannte persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA, darf in den Mitgliedsstaaten nur hergestellt oder importiert werden, wenn sie den in der sogenannten PSA-Verordnung festgelegten Bestimmungen entspricht. Demnach bieten alle Preismodelle gute Sicherheit. Vergleichsportale wie zum Beispiel die Stiftung Warentest bieten immer mal wieder einen aktuellen Überblick über die gängigsten Fahrradhelm-Modelle. Allerdings kann der beste Helm nur dann schützen, wenn er auch richtig sitzt. Lassen Sie sich dafür am Besten in einem Fachgeschäft beraten.

Kinderhelme

Um die Akzeptanz für die Kopfbedeckung bei kleinen Rennfahrern zu fördern, sind Kinderhelme oft bunt. Sie kennzeichnet außerdem ein abgeflachter Hinterkopf mit einem tiefer gezogenen Nackenbereich. Übrigens: Kinder brauchen auch in puncto Fahrradhelm Vorbilder. Nur wenn auch die Eltern stets behelmt unterwegs sind, wird der Fahrradhelm für Kinder zur Selbstverständlichkeit.

Jugendhelme

Bei Helmen für Teenies ist die Stirn meist verlängert. Das schützt den jugendlichen Kopf insbesondere vor Zusammenstößen.

Rennradhelme

Sie sind oftmals aerodynamisch gebaut, verfügen über viele Lüftungsschlitze im vorderen Bereich und sind sehr leicht.

Mountainbike-Helme

In der Fachsprache als MTB-Helm bekannt, haben Mountainbike-Helme besonders große Öffnungen an der Oberseite. So erhält Ihr Kopf auch bei geringer Geschwindigkeit maximale Belüftung. Außerdem ist der Nacken bei Mountainbike-Helmen viel tiefer geschnitten. Teilweise sind die Helme zusätzlich mit einem Visier ausgestattet, das das Gesicht vor Ästen schützt.

 

Wer überwiegend Downhill-Strecken mit dem Mountainbike fährt, sollte einen Vollvisier- oder Integral-Helm tragen. Dieser bietet sehr hohen Schutz in anspruchsvollem Gelände.

Trekking-/Citybike-Helme

Für die Fahrt zur Arbeit oder zum Supermarkt ist ein City- oder Trekking-Helm ein idealer Begleiter. Hinsichtlich der Form liegen sie zwischen einem Rennrad- und MTB-Helm, bieten große Belüftungsöffnungen und sind sehr robust gebaut. Viele Modelle bieten zusätzliche Sichtbarkeit durch integrierte LEDs am Hinterkopf und Reflektoren.

Dirtbike-/BMX-Helme

Sie ähneln Skatermodellen und verfügen über tiefer gezogene Flanken, die bei seitlichen Stürzen schützen. Auch der Nackenbereich ist tiefer geschnitten, um bei Trailjumps bestmögliche Sicherheit zu bieten.

E-Bike/Pedelec-Helme

Wie bei allen anderen Radfahrern gilt auch für das Fahren mit einem E-Bike oder Pedelec keine gesetzliche Helmpflicht. Anders verhält es sich mit S-Pedelecs, die eine Geschwindigkeit bis zu 45 km/h erreichen können: Hier ist der Helm Pflicht und sollte auch an die Höchstgeschwindigkeit – in diesem Fall ein Vollvisier-Helm – angepasst werden. Je nachdem mit welchem E-Bike-Typ (MTB, Trekkingrad, Citybike) Sie unterwegs sind, empfiehlt sich ein für das Gelände geeigneter Fahrradhelm.

 

In unserem E-Bike-Vergleich finden Sie übrigens alles Wichtige rund um die elektrischen Zweiräder – und auch, welches sich für Sie eignet.

Doch bei allen noch so sicheren Prüfverfahren und egal wie teuer: Ein ewiges Leben hat kein Fahrradhelm. Nach circa fünf bis sechs Jahren sollten Sie Ihren Helm austauschen. Beobachten Sie bereits vorher Verschleißerscheinungen und Risse. Hatten Sie bereits einen Sturz mit Ihrem Helm, ist er sofort gegen einen neuen zu ersetzen, da der Sturz zu Beschädigungen am Helm geführt haben könnte, der dessen Funktionalität beeinträchtigt.

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Das „Verfallsdatum“ von Fahrradhelmen

Nach einem Sturz bietet ein Fahrradhelm keine ausreichende Sicherheit mehr und sollte umgehend ausgetauscht werden. Auch wenn Sie äußerlich keine direkten Bruchstellen erkennen, können sich Haarrisse gebildet haben, die die Festigkeit des Helms beeinträchtigen. Viele Hersteller bieten ein sogenanntes Crash-Replacement-Programm an: Wenn Sie den defekten Fahrradhelm zurückgeben, erhalten Sie eine Vergünstigung auf ein neues Modell.

Übrigens sollten Sie nicht nur Ihren Fahrradhelm stets kontrollieren. Auch Ihr Fahrrad selbst bedarf regelmäßiger Wartung, um Ihnen weiterhin den gewohnten Komfort, aber auch die notwendige Sicherheit zu bieten. In unserem Fahrradcheck erfahren Sie, wie Sie ihren Drahtesel wieder fit machen.

 

So muss ein Fahrradhelm sitzen, um wirklich zu schützen

Ganz gleich für welche Helmart oder welchen modischen Stil Sie sich bereits entschieden haben: Ein Fahrradhelm kann nur so sicher sein, wie er Ihnen auch passt. Der erste Schritt dazu ist das Messen Ihres Kopfumfangs: Legen Sie das Maßband ungefähr einen Finger breit über die Augenbrauen und führen Sie es dann leicht schräg um den Kopf, damit es am Hinterkopf etwas weiter unten anliegt. Aus diesem Maß können Sie die ungefähre Helmgröße ermitteln. Im besten Fall lassen Sie im Fachhandel einen qualifizierten Fachmann Ihre Maße nehmen.

Größe und Passform: So sitzt der Helm richtig

Den Kopfumfang messen: Sie müssen dabei etwas oberhalb der Ohren und über die Stirnmitte (etwa 2,5 Zentimeter oberhalb der Augenbrauen) messen. Als Faustregel gilt: Wählen Sie die größere Größe, falls das Kopfmaß zwischen zwei Größen liegt.

 

Der richtige Sitz: Es ist wichtig, dass Ihr Fahrradhelm nicht schief oder zu tief im Nacken sitzt – etwa eine Fingerbreite über den Augenbrauen ist richtig. Der Fahrradhelm muss so fest sitzen, dass er beim Kopfschütteln nicht wackelt, aber natürlich auch nicht drückt. Darum sollten Sie ihn im Laden eine Weile probetragen. Die Seitenriemen bilden bei richtiger Passform ums Ohr herum ein Dreieck, dessen Spitze genau unter dem Ohrläppchen sitzt. Auch der Riemen am Kinn sollte stramm sitzen, jedoch Platz für eine Fingerbreite lassen.

Anschließend geht’s ans Ausprobieren: Mit dem Drehrad oder der Ratsche – beides befindet sich an der Hinterseite der Innenschale – den Helm so justieren, dass er perfekt sitzt, aber nicht drückt. Der Helm sollte nur an den Stellen aufliegen, die auch gepolstert sind. Die Ohren sollten frei sein. Nach Kontrolle des optimalen Sitzes – der Helm rutscht nicht, wenn Sie den Kopf bewegen – lohnt es sich, noch auf den Verschluss zu achten. Dieser liegt ein bis maximal zwei Fingerbreit unter dem Kinn. Auf keinen Fall sollte er dicht am Kinn anliegen oder gar einschneiden. Die meisten Hersteller bieten einen Ratschen-, Magnet- oder einen Klickverschluss an.

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Helmtipp für die Kleinen

Auch wenn Kinderhelme durch Farbe und Form noch so entzücken: Auch hier ist natürlich das Wichtigste, dass der Helm richtig passt. Durch den schneller wachsenden Kinderkopf ist dieser außerdem entsprechend oft zu ersetzen. Denn nur wenn der Helm optimal sitzt, ist der Schutz für den Nachwuchs gewährleistet.

Keine Schutzkleidung ersetzt die nötige Vorsicht und Umsicht

Auch wenn Sie Ihren Helm mit bestem Wissen und Gewissen ausgewählt haben, er ausgezeichnet sitzt und zudem auch noch gut aussieht: Die wichtigste Schutzmaßnahme vor Unfällen und Verletzung ist eine andere. Grundregel 1 der Straßenverkehrsordnung heißt nicht ohne Grund: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Denn denken Sie daran: Der Helm verhindert keine Unfälle, sondern kann nur die Schäden minimieren.

Wenn Sie mit offenen Augen auf Ihrem Zweirad unterwegs sind, können Sie einer Menge an Gefahren vorbeugen. Bleiben Sie also auch mit stets Helm achtsam. Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt!

In diesem Artikel
  • Fahrrad
  • Freizeit & Hobby
  • Gesundheit
  • Mobilität
  • Sicherheit
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