Fahrradträger fürs Auto – oben drauf, hinten dran oder einfach irgendwie rein?

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Viele Autos bieten eine Menge Stauraum – selbst für Fahrräder! Ob Sie einen Heckträger brauchen oder mit der Aufhängung an der Anhängerkupplung zufrieden sind, hängt von Ihren Bedürfnissen und Ihrem Automodell ab. iStockcom_AdrianHancu

Wer sein Fahrrad auch im Urlaub nicht missen will, hat eine Reihe an Transportmöglichkeiten: Fahrradträger gibt es mittlerweile für alle Bedürfnisse und Voraussetzungen – ob einfache Beladung mit Klapprädern oder schwere E-Bikes. Wir verraten Ihnen:

  • Welche Fahrradträger-Arten gibt es?
  • Was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten?
  • Welche Installation ist besonders einfach?
  • Und welche Träger bieten sich für E-Bikes an?

Als ersten wichtigen Punkt bei der Planung eines Urlaubs oder auch kleinen Tour mit dem Fahrrad empfehlen wir eine Wartung ihres Zweirads. Unser Fahrrad-Check verrät, worauf Sie dabei achten sollten. Und auch wenn Urlaubszeit Loslassen vom Alltag bedeutet: Das Tragen eines Fahrradhelms ist zwar keine rechtliche Pflicht, schützt Sie aber vor lebensbedrohlichen Kopfverletzungen bei einem Unfall. Gehen Sie daher für Ihre Kinder mit gutem Beispiel voran. Lesen Sie dazu, wie Sie den idealen Helm für sich und den Nachwuchs finden.

Ist Ihr Equipment entsprechend gewartet und vorbereitet, gehts nur noch darum, wie Sie einfach und entspannt ans Urlaubsziel kommen. Das geht auch mit Fahrrad an Bord!

Der Innenraum-Transport: Wenig Aufwand, aber auch weniger Platz

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Geräumige Autos bieten Platz für Fahrräder im Kofferraum oder auf der runtergeklappten Rückbank – allerdings passt sonst nicht mehr viel hinein. iStockcom_PeopleImages

Steilheck-Kompakte, Kombis oder Vans eignen sich, um Räder im Kofferraum mitzunehmen. Dank spezieller Befestigungssysteme können Sie bis zu drei Räder sichern. Eine sogenannte Fahrradgarage schützt den Innenraum vor Verschmutzung oder Beschädigung durchs Rad. Der Vorteil: Fürs Einladen bleibt der Kraftaufwand gering, zudem wird die Fahrzeugaerodynamik nicht negativ beeinflusst. Darüber hinaus sind Ihre Räder vor Wind, Wetter und Diebstahl geschützt. Allerdings müssen Sie in der Regel die Rücksitze umklappen – das bedeutet Platzverlust. Insofern ist diese Lösung vor allem für Singles oder Paare interessant.

Viele Fahrräder haben mittlerweile Schnellspanner oder Steckachsen, mit denen Sie im Handumdrehen das Vorderrad entfernen können – bei größeren Rädern für den Transport im Innenraum ein Muss. Bei Kleinwagen müssen Sie eventuell auch noch das Hinterrad entfernen.

Achtung: Sollten Sie Scheibenbremsen haben, achten Sie unbedingt darauf, nicht die Bremse zu betätigen, wenn das Rad ausgebaut ist. Sonst pressen sich die Bremsbacken aneinander. Transportsicherungen vermeiden dies.

Besonders sicher fahren Sie mit einem Innenraumträger. Als Trägersystem nimmt er die Fahrräder mit ausgebautem Vorderrad an der Gabel auf. Der Träger selbst wird am Kofferraumboden fixiert, die Montage ist auch ohne Mechaniker-Kenntnisse schnell erledigt. Eine Vollbremsung stellt damit beispielsweise keine Gefahr durch umherfliegende Fahrräder für die Insassen dar. Obendrein bleibt Ihr Fahrzeug äußerlich unverändert, Sie brauchen sich nicht an ein anderes Fahrverhalten durch eine veränderte Fahrzeugaerodynamik zu gewöhnen. 

Auf dem Autodach: Keine Überlänge, dafür höherer Spritverbrauch

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Mit der Natur im Einklang: Mit Ihrem Fahrrad kommen Sie an abgelegene Orte – auf dem Dachträger lässt es sich mit jedem Auto transportieren. iStockcom_freemixer.

Um Ihre Räder auf dem Dach zu transportieren, benötigen Sie kein spezielles Automodell. Selbst wenn Ihr Auto keine Reling hat, können Sie mithilfe eines Grundträgers den Dachträger einhaken – allerdings passt das von Ihnen gewählte System dann auch meist nur für Ihr Automodell. Diese Systeme gibt es selbst fürs Cabrio.

Sie haben die Wahl zwischen Zwei- und Drei-Punkt-Systemen: Beim Zwei-Punkt-System wird das Vorderrad demontiert und die Gabel mit der Steckachse am Halter eingespannt. Der Vorteil ist, dass der Rahmen nicht geklemmt wird und die Gesamthöhe und damit auch der Spritverbrauch niedriger gehalten werden. Nachteilig ist, dass das Vorderrad im Wageninneren Platz finden muss. Beim Drei-Punkt-System steht das komplette Fahrrad befestigt mittels einer Rahmenklaue auf dem Dach.

Auch wenn ein Fahrradträger auf dem Autodach den Grundriss Ihres Autos nicht verändert, müssen Sie beim Fahren die gesteigerte Höhe beachten: Tiefgaragen oder Unterführungen können zum Problem werden und der aerodynamische Widerstand ist ein anderer. Der schlägt sich auch in einem höheren Spritverbrauch nieder. Dafür bieten Dachträger besonders viel Platz – bis zu fünf Fahrräder lassen sich so transportieren. Beim Auf- und Abladen brauchen Sie eventuell tatkräftige Unterstützung einer zweiten Person.

Fahrräder via Heckträger: Länger, aber einfacher in der Handhabung

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Bequem auf- und abladen: Der Heckträger sitzt bequem auf der Anhängerkupplung und transportiert Ihre Fahrräder sicher. iStockcom_SolStock

Die einfachste Installation bietet wohl der Heckträger für die Anhängerkupplung. Gute Trägermodelle sind zudem sehr langlebig und robust. Im Gegensatz zum Dachträger sind sie nicht modellspezifisch. Sie können sich solche Träger also auch ausleihen oder selbst an Freunde weitergeben. Auch bei einem neuen Auto müssen Sie Ihren Heckträger nicht wechseln. Hauptsache eine Anhängerkupplung ist vorhanden.

Dank der geringen Ladehöhe lassen sich selbst schwere Fahrräder, wie beispielsweise E-Bikes leicht verladen. Allerdings sollten Sie vorher unbedingt die zulässige Tragkraft des Trägers sowie die zulässige Stützlast der Anhängerkupplung prüfen. Ein sorgfältiges Verladen mehrerer Fahrräder in jeweils entgegengesetzter Richtung vermeidet Beschädigungen an den Rädern sowie am Kfz. Achten Sie daher schon beim Kauf auf die Klemmung: Zum Schutz von hochwertigen Aluminium- und Carbonrahmen sollten diese ausreichend gepolstert sein.

Auch wenn bei den meisten Heckträger schon eine Diebstahlsicherung integriert ist: Schützen Sie besonders hochwertige Fahrräder zusätzlich gegen Diebstahl, wenn Sie das Fahrzeug länger unbeaufsichtigt lassen. Soll der Kofferraum weiter zugänglich bleiben, empfiehlt sich ein abklappbares Modell.

Heckträger auch für Autos ohne Anhängerkupplung

Sogenannte Heckklappenfahrradträger werden mithilfe von Spannvorrichtungen oder klappbaren Haltern zwischen Heckklappe und Karosserie des Fahrzeugs befestigt – und benötigen daher keine Anhängerkupplung als Aufhängung. Wie auch bei Dachträgern sollte man hier die Fahrräder immer zu zweit verladen, um Schäden am Rad und Auto sowie einen Hexenschuss zu vermeiden.

Besonderheiten beim Transport von E-Bikes

Beim Transport der zumeist schwereren E-Bikes sollten Sie ein paar Dinge berücksichtigen. Bereits mit zwei Pedelecs erreicht man schnell eine Gesamtlast von 50 Kilogramm oder mehr. Achten Sie daher besonders darauf, die Stützlast der Kupplung nicht zu überschreiten. Denken Sie daran: Neben den Fahrrädern selbst muss man für die Berechnung der Last auch das Gewicht des Trägers mit einkalkulieren!

Darüber hinaus sollten grundsätzlich auch die Belastungsgrenzen des Trägers beachtet werden. Mittlerweile werden eine Reihe speziell für den Transport von E-Bikes ausgelegte Fahrradträger angeboten. Die Akkus sollten aus Gewichts- und Sicherheitsgründen im Fahrzeuginnenraum transportiert werden – am besten in gepolsterten Hüllen oder entsprechenden Transportkartons.

Wer sein Rad liebt … der fährt – auch im Urlaub

Ob Urlaub in den Bergen oder am See: Mit dem Fahrrad genießen Sie Ihr Reiseziel aktiv. Wichtig ist – und das gilt nicht nur für den Transport von Fahrrädern –, dass Sie gut vorbereitet starten und sicher ans Ziel kommen. Wählen Sie daher einen Träger, der zu Ihren Bedürfnissen passt und lassen Sie sich zur Montage stets beraten, auch wenn sie noch so einfach erscheint. Dann steht einer entspannten Entdeckertour mit Auto und Rad nichts mehr im Wege. In diesem Sinne: Gute Fahrt!

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