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17. März 2022
von easyCredit

Ruhe-Oase Schrebergarten? Was Sie bei einem Kleingarten beachten müssen und wie Sie jahrelange Wartezeiten vermeiden

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Datschen stehen wieder hoch im Kurs! Doch nicht überall dort, wo Freistand ist, wird auch gesucht. iStockcom/Elke_Scherping

Das Wochenende auf der Datsche zu verbringen liegt wieder voll im Trend! Dafür sind auch das Aufkommen eines immer nachhaltigeren Lebensstils und der Drang zur Entschleunigung verantwortlich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Kleingarten finden und beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Suche:

  • Wo findet man einen Schrebergarten am besten?
  • Warum muss man Vereinsmitglied sein?
  • Wird der Kleingarten besser gekauft oder gemietet?
  • Wie groß darf der Pool auf der Datsche sein?

370 Quadratmeter grüne Ruhe: So groß ist ein Kleingarten in Deutschland im Durchschnitt. Und diese Flächen sind beliebter denn je! Ob Familie oder gestresster Businessmann – im Schrebergarten findet meist jeder, was er braucht.

Doch die Natur-Oase kommt nicht ganz ohne Verpflichtungen. Wer mit dem Gedanken an einen Kleingarten spielt, sollte daher auch Spaß am Gärtnern haben – immerhin liegt da der Ursprung der mittlerweile heiß begehrten Parzellen.

Schrebergarten, Gartengrundstück oder Grabeland?

Abgesehen von der Grünfläche hinterm Eigenheim lässt sich ein eigener Garten unterschiedlich realisieren: in der Regel als Gartengrundstück oder Schrebergarten.

Bei einem Gartengrundstück gelten für Sie als Besitzer die Regeln des Bundeskleingartengesetzes (BKleinG) nicht. Allerdings müssen Sie sich an die Bauplanung halten, also den vorgegebenen Zweck eines bestimmten Stücks Land. Zur Pacht werden solche Gartengrundstücke nur selten angeboten, eher zum Kauf – ihre Quadratmeterpreise liegen oft im zweistelligen Bereich.

Voraussetzung für einen Schrebergarten hingegen ist zunächst die Mitgliedschaft in einem örtlichen Kleingartenverein. Zudem gelten die Vorgaben des BKleinG zur Bepflanzung. Dafür sind die Kosten übersichtlich und ein Vereinsgefühl entsteht.

Es gibt mittlerweile jedoch auch viele Initiativen, die Gemüsegärten zur Selbstbewirtschaftung anbieten: Sie mieten also Land, auf dem das Gemüse bereits für Sie ausgesät wurde, und müssen sich dann nur noch um die Pflege kümmern – und um die Ernte natürlich.

Außerdem besteht in einigen Kommunen auch die Möglichkeit, sogenannte Grabelandparzellen von der Gemeinde zu mieten. Hierbei handelt es sich oftmals um Gartengrundstücke entlang von Eisenbahnstrecken oder Schnellstraßen. Im Gegensatz zum klassischen Schrebergarten unterliegt man hier weniger Vorschriften und Regeln als in einem Verein und kann anbauen, was man möchte. Zudem sind die Preise im Gegensatz zu privat angebotenen Gartengrundstücken humaner.

Wo gibt es Schrebergärten in Deutschland?

Insgesamt zählt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde 893.000 Kleingärten in Deutschland – mehr als die Hälfte davon befindet sich in den neuen Bundesländern. Sachsen zählt mit Abstand die meisten: Knapp 200.000 Schrebergärten gibts dort. Im Städte-Ranking führt Berlin. Dort ist auch die Nachfrage am höchsten und übersteigt das Angebot bei weitem. In der Hauptstadt warten aktuell mehr als 12.000 Bewerber auf einen der begehrten Kleingärten, erfasst in Listen der Bezirksverbände. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt in Berlin 3 bis 5 Jahre.

In großen Flächenstaaten, vor allem im Osten des Landes, gibt es dagegen ein Überangebot: Gärten stehen leer. Bei einem Bevölkerungsanteil von weniger als 20 Prozent finden die Datschen dort nicht mehr genügend Interessenten. Wer also etwas Anfahrtsweg in Kauf nimmt, kann unter Umständen Wartezeiten umgehen und von der großen Auswahl in diesen Gebieten profitieren.

Kleingarten-Ranking der Städte in Deutschland:

  • Berlin: 66.250
  • Leipzig: 38.000
  • Hamburg: 35.700
  • Dresden: 23.000
  • Hannover: 20.000
  • Chemnitz: 17.400
  • Bremen: 17.000
  • Frankfurt am Main: 16.000
  • Magdeburg: 13.900
  • Köln: 13.000

*Stand 2020

Wie kommt man an einen Schrebergarten?

Den perfekten Kleingarten zu bekommen ist nicht immer einfach – realistisch gesehen wirds wohl eine Kompromisslösung. Die muss aber keineswegs nicht viel schlechter ausfallen! Dafür ist es wichtig, dass Sie bereits im Vorfeld wissen, was für Ihren Schrebergarten möglich und was wirklich wichtig ist:

  1. Welche Entfernung des Kleingartengebiets zu ihrem eigentlichen Wohnort ist für Sie realistisch? (Je weiter weg, desto weniger sind spontane Gartenbesuche möglich.)
  2. Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung
  3. Welche Größe der Parzelle benötigen Sie? (Mehr Grundstück bedeutet auch mehr Anbau.)
  4. Wie viel Arbeit und somit Zeit wollen und können Sie investieren?
  5. Wie ist das Vereinsleben organisiert? Haben Sie Lust auf Kontakt zu den Mitgärtnern der Kolonie?
  6. Wie soll der Zustand des Gartengrundstücks sein? (Je verwilderter, desto günstiger – aber auch desto intensiver in der Aufarbeitung.)

Auf dem offiziellen Weg

Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V. rät, sich bei Interesse an einem Kleingarten direkt an einen der 18 Bezirksverbände in Wohnungsnähe zu wenden. Bei den Bezirksverbänden erfahren Sie die Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Bewerberliste – die kann, je nach Beliebtheitsgrad der Schrebergärten, sehr lang sein. Jahrelange Wartezeiten sind keine Seltenheit.

Übers Hörensagen

Ein kürzerer Weg kann der über persönliche Kontakte sein: Kennen Sie bereits jemanden, der in einer Schrebergartenkolonie einen Garten hat, kommen Sie schneller an Informationen. Der Zusammenhalt zwischen Hobbygärtnern ist groß – wenn Sie auf Gehör treffen, haben Sie womöglich bereits einen Fuß in der Tür.

Durch intensive Suche

Viele Vereine machen Aushänge in der Kolonie zu freien Parzellen und stellen sie manchmal auch online. Einige Landesverbände haben auch Portale, auf denen freie Parzellen inseriert sind. Eine weitere Anlaufstelle sind Kleinanzeigenportale – hier bieten oftmals Pächter ihre Gärten an, um ein größeres Publikum zu erreichen und einen guten Verkaufspreis zu erzielen.

Haben Sie einen Kleingarten in Eigeninitiative gefunden und sich mit dem Vorpächter geeinigt, können Sie gemeinsam mit dem Wunsch der Gartenübernahme an den Verein herantreten. Diese Vorgehensweise erleichtert dem Gartenverein meist die Vermittlungsarbeit zwischen Vor- und Nachmieter und gelingt deswegen auch öfters mal.

Vereinsmitglied werden

Wer einen Schrebergarten pachten möchte, muss zunächst Mitglied im zuständigen Kleingartenverein werden. Das ist nicht nur Papierkram: Als Vereinsmitglied haben Sie unter anderem Aufbaustunden für den Verein zu leisten. Wer dafür keine Zeit hat, kann das auch ersatzweise bezahlen. Jährlich können dafür bis zu 100 Euro zusammenkommen.

 

Wie aktiv eine Mitgliedschaft tatsächlich gelebt wird, hängt von der Kolonie ab: Manche pflegen ein intensives Miteinander, organisieren Feste und Kuchenbasare, in anderen Kolonien macht jeder sein Ding.

Schrebergarten kaufen oder mieten?

Eine Kleingartensiedlung ist immer ein Verein, die das gesamte Grundstück vom Bund, der Gemeinde oder oft auch der Bahn pachtet. Die einzelnen Schrebergärten werden daher verpachtet, nicht vermietet. Der entscheidende Unterschied ist die Nutzung: Wer eine Immobilie mietet, hat das Recht, diese zu nutzen. Wer hingegen ein Objekt pachtet, hat nicht nur ein Nutzungsrecht, sondern darf laut Gesetz zusätzlich Früchte aus der Sache ziehen (BGB, § 581). Mit „Früchten“ meint der Gesetzgeber allgemein den Ertrag, der sich mit der Pachtsache erzielen lässt.

In einem Schrebergarten muss die kleingärtnerische Nutzung den Garten daher maßgeblich mitprägen. Genau heißt das, dass mindestens ein Drittel der Fläche zum Anbau von Obst und Gemüse zum Eigenbedarf genutzt werden soll (BGH AZ: III ZR 281/03). Ausgenommen sind Parzellen, in denen zum Beispiel die Bodenbeschaffenheit den Anbau nicht zulässt. Zudem müssen Umwelt-, Naturschutz und Landschaftspflege bei der Nutzung berücksichtigt werden.

Noch ein Unterschied zum Mietvertrag: Pachtverträge werden unbefristet abgeschlossen und können nur zum Ende eines Pachtjahres gekündigt werden, welches jährlich am 30. November (§ 9 BKleinG) endet.

Was kostet ein Schrebergarten?

Einen Schrebergarten zu kaufen ist aufgrund der Pacht durch den Verein nicht möglich. Allerdings können die Gartenlaube und weiteres Inventar an einen Pächter durch einen Abschlag abgetreten werden. Dieser Preis variiert stark, je nach Zustand, Lage und Interessenten, und kann von einem symbolischen Euro bis hin zu einem hohen fünfstelligen Betrag reichen. Im Durchschnitt verlangen Pächter knapp 4.000 Euro für eine Abschlagszahlung.

Zu den weiteren Kosten bei der Anschaffung eines Kleingartens gehören der Pachtzins, die Mitgliedszahlung im Kleingartenverein, die Pflichtversicherungen und verbrauchsabhängige Kosten wie Wasser, Strom, Abwasser und Müllabfuhr. Alles in allem kostet ein durchschnittlicher Kleingarten aber meist nicht mehr als 500 Euro im Jahr.

 

Pool, Hecke oder Villa: Was ist im Garten erlaubt?

Nur ein bisschen Rasen, einen Spielplatz und einen Pool – das ist aufgrund der sogenannten Fruchtquote, also der Nutzung von einem Drittel der Gesamtfläche als Anbaufläche, verboten. Doch Kleingärten unterliegen nicht nur in ihrer Nutzung Regeln. Auch die Höhe der Hecken, die Größe der Laube, An- und Abstellen des Wassers in Winter und Frühjahr werden vorgegeben. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, dem kann im Extremfall gekündigt werden.

Wie groß darf meine Gartenlaube sein?

Die Gartenlaube darf höchstens 24 Quadratmeter Grundfläche einschließlich eines überdachten Freisitzes haben. Zusätzlich sind ein Gewächshaus und ein Kinderspielhaus gestattet. Es sei denn, die Laube hat Bestandsschutz, denn dann kann diese auch größer als 24 Quadratmeter sein: Das gilt in Westdeutschland beispielsweise für Lauben, die vor Inkrafttreten des Bundeskleingartengesetzes 1983 gebaut wurden, in Ostdeutschland vor 1990. In Verbindung mit einem Pächterwechsel kann es aber sein, dass der Verein verlangt größere Lauben rückzubauen.

Heizung und Satelliten-Schüssel sind in vielen Kleingartensiedlungen verboten. Denn eine Gartenlaube ist nicht als dauerhafter Wohnsitz gestattet. Sie dürfen jedoch an Wochenenden dort übernachten – und beispielsweise auch grillen. Soll es jedoch ein fest gemauerter Grill sein, fragen Sie besser vor dem Bau beim Vorstand nach.

Auch Wasser- und Stromanschlüsse können, müssen aber nicht vorhanden sein. Die Installation eines Warmwasserboilers ist über einen Fachmann möglich – hier muss entsprechend des Wasserdrucks sowie der Stromleistung entschieden werden.

Solaranlage auf der Datsche:

Wer im Garten oder in der Laube Strom braucht, kann auch die Kraft der Sonne nutzen. Ein Solarmodul in Kombination mit einem Akku liefert genug Energie für Licht, Wasserpumpe und andere kleine Geräte wie Kühlschränke und Fernseher auf 12-Volt-Basis. Alles, was Hitze erzeugt, wie Herd, Kocher oder Rasenmäher, leert jedoch die Batterie zu schnell.

Bei der Planung sollte man zuerst überlegen, was betrieben werden soll, und davon abhängig die Größe der Solaranlage wählen: Das Solarmodul sollte idealerweise nach Süden ausgerichtet sein, bei einem Neigungswinkel von 30 bis 35 Grad. Da das Wasser in Kleingartenanlagen in der Regel über den Winter abgestellt wird, ist die Sorge um zu wenig Sonnenkraft zu dieser Jahreszeit zu vernachlässigen.

In manchen Kleingartensiedlungen gibt es Regelungen für Solarmodule. Informieren Sie sich beim zuständigen Verein, ob Module aufs Dach dürfen und ob es Beschränkungen gibt.

Die Gartengestaltung

Die sogenannte Fruchtquote schließt einen Riesenpool oder Abenteuerspielplatz bereits aus. Viele Kleingartenvereine achten darauf, dass das Gärtnern der einzelnen Parzellen im Vordergrund steht – nicht die Erholung an sich. Wer ein aufblasbares Planschbecken aufstellen will, wird damit nirgendwo anecken. Planen Sie jedoch einen zwei Meter tiefen Pool fest zu installieren, müssen Sie das vorher sehr wahrscheinlich mit dem Vorstand absprechen.

Ähnlich sieht es auch mit Hecken aus: Wer sich hinter einem grünen Schutzwall verbarrikadieren möchte, wird schnell den Vorstand vor der Gartentür stehen haben. Denn auch für Heckenbewuchs gibt es Vorschriften – nicht nur, wie weit sie in den Gang wachsen dürfen, sondern auch für ihre Höhe.

Tierische Mitbewohner

Kleingärtner in Ostdeutschland dürfen nach § 20a Nr. 7 BKleingG Hühner in Kleingärten halten, wenn sie dies schon zu DDR-Zeiten getan haben. Für alle anderen Tierhaltungsformen braucht es das Einverständnis des Vereinsvorstandes – egal ob es sich um Fische, einen Bienenstock oder Kaninchen im Stall handelt. Grundsätzlich darf die Kleintierhaltung die Kleingartengemeinschaft nicht stören und dem Nutzen dieser nicht widersprechen.

Auch der Besuch von Haustieren ist im Vorfeld mit dem Vorstand abzuklären. Üblicherweise sind Hunde in der Kleingartenanlage an der Leine zu führen.

Das menschliche Miteinander

Natürlich gelten auch im Kleingarten gesetzlich bestimmte Ruhezeiten. Das betrifft neben lauter Musik und Partylärm unter anderem auch das Rasenmähen und Baulärm. Wer große Feiern plant, sollte hier, wie in der Wohnnachbarschaft auch, vorausschauend planen und die Nachbarn informieren. So wird aus der Oase im Grünen tatsächlich ein Stückchen Erholungsgebiet.

In diesem Artikel
  • Freizeit & Hobby
  • Haus & Garten
  • Nachhaltigkeit
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