Die Weihnachtsküche – Was kommt an den besinnlichen Tagen auf den Tisch?

Autor: Christiane Tietz
Veröffentlicht: 18.12.2023
Aktualisiert: 31.01.2024

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit, in der unsere Küchen mit Düften von Zimt, Gewürznelken und frisch gebackenen Leckereien erfüllt sind. Das Kochen und Backen nimmt an Weihnachten eine wichtige Rolle ein. Doch was sind die klassischen Weihnachtsgerichte, wie gelingt der perfekte Festbraten und was wird eigentlich in anderen Ländern gegessen?

Neues Rezept oder doch lieber der Klassiker, so kann es in unseren Weihnachtsküchen aussehen. karepa – stock.adobe.com

Kein Weihnachten ohne Plätzchen und leckeres Essen

Was wäre Weihnachten ohne den verlockenden Duft von frischem Gebäck, das knusprig aus dem Ofen kommt? Von Plätzchen in allen Formen und Geschmacksrichtungen bis hin zu duftenden Stollen und verlockenden Torten, die Weihnachtsbäckerei läuft im Dezember fast immer auf Hochtouren. Doch nicht nur das Backen, auch das Kochen spielt eine große Rolle in dieser festlichen Zeit. Mit saftigen Braten, aber auch vegetarischen oder veganen Köstlichkeiten und aromatischen Beilagen wird ein Essen auf den Tisch gezaubert, das die ganze Familie begeistert. Und nicht zu vergessen sind die passenden Getränke: von würzigem Glühwein bis hin zu cremiger heißer Schokolade ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Doch warum ist die Weihnachtsküche eigentlich so bedeutsam? Es geht um weit mehr als nur um das Essen. Die Küche ist der Ort, an dem sich Familien und Freunde versammeln, um gemeinsam zu kochen, zu backen und zu genießen. Vor allem am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag wird bei den meisten Deutschen groß aufgetischt. Am Heiligabend hingegen bleibt in vielen Haushalten Würstchen mit Kartoffelsalat der Klassiker.

Weihnachtsküchen in anderen Ländern

Die Weihnachtszeit ist nicht nur eine Familienfeierlichkeit, sondern eine globale Versammlung von Geschmäckern und Traditionen. Jedes Land hat seine eigenen Rezepte, Vorlieben und Köstlichkeiten, die das Fest zu etwas ganz Besonderem machen. Was gibt es in der internationalen Weihnachtsküche zu entdecken?

Italien: Italien hat den Panettone, eine lockere, fruchtige Kuchenspezialität. Seine goldene Kruste und die süßen Fruchtstückchen machen ihn zum Star auf italienischen Tischen in der Vorweihnachtszeit. Mit einem Hauch von Zitrusaroma ist er ein echtes Highlight.

Magdalena Kucova – stock.adobe.com

Frankreich: Die Bûche de Noël aus Frankreich ist ein traditioneller Kuchen in Baumstammform, der aus einem dünnen Biskuitteig gebacken, gerollt, mit Creme gefüllt und mit Schokoladen- oder Buttercreme überzogen wird. Oft wird sie mit Marzipan oder anderer Dekoration wie Pilzen oder Tannenzweigen verziert.

shustrilka – stock.adobe.com

Vereinigtes Königreich: Der Christmas Pudding, auch bekannt als „Plum Pudding“, ist eine reichhaltige, fruchtige und würzige Nachspeise, die traditionell zu Weihnachten serviert wird. Er besteht aus Trockenfrüchten, Nüssen, Gewürzen, Brotkrumen, Eiern und Alkohol wie Brandy oder Rum. Vor dem Servieren wird er oft mit Brandy flambiert und mit Brandy-Butter oder einer Sauce serviert.

Robert Goodall – stock.adobe.com

Mexiko: Mexiko hingegen feiert mit Tamales, einer traditionellen Maismehlrolle, die mit einer Vielzahl von Zutaten wie Fleisch, Gemüse und Sauce gefüllt wird. Das Einwickeln in Bananenblätter verleiht ihnen einen unverwechselbaren Geschmack und eine festliche Note.

Adelina – stock.adobe.com

Klassische Weihnachtsbackwaren in Deutschland

Plätzchen: Sie sind die kleinen Helden der Backstube und kommen in unzähligen Formen und Geschmacksrichtungen daher. Ob Vanillekipferl, Zimtsterne, Kokosmakronen, Spritzgebäck oder Lebkuchen, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ein einfaches Rezept ist meist der Schlüssel zu köstlichen Plätzchen.

Stollen: Diese fruchtig-nussige Köstlichkeit aus Hefeteig mit Rosinen und Mandeln ist ein Muss. Das Geheimnis? Zeit und Geduld beim Teig. Ein guter Stollen braucht Zeit zum Ruhen, um sein volles Aroma zu entfalten. Er lässt sich auch wunderbar ohne Rosinen, aber dafür mit anderen Zutaten wie Sauerkirschen oder Chiasamen zubereiten. So ist für jeden etwas dabei.

Kuchen: Ob saftiger Gewürzkuchen oder traditioneller Früchtekuchen, sie sind die Könige der festlichen Desserts. Ein guter Kuchen benötigt die richtige Mischung an Gewürzen und ein genaues Händchen bei der Zubereitung.

Festliche Hauptgerichte

Braten: Ein klassischer Braten ist oft das Herzstück vieler Weihnachtsessen. Traditionell kommt Geflügel, oftmals eine Gans, auf den Tisch. Das Geheimnis liegt im langen, langsamen Garen, um saftiges Fleisch und köstliche Aromen zu erhalten. Eine Marinade aus Kräutern und Gewürzen verleiht dem Braten das gewisse Etwas.

Rezept: klassischer Weihnachtsbraten

Zutaten für 4 Portionen:

  • 1 Gans
  • 2 Äpfel
  • 2 Orangen
  • 1 EL Thymian
  • 1 EL Majoran
  • 4 EL Olivenöl
  • 120g Honig
  • 1 Flasche Bier
  • 1 TL Pfeffer
  • 1 TL Salz

Für das Rotkraut:

  • 500g Rotkraut
  • 1 EL Kümmel
  • 250ml Orangesaft
  • 150ml Rotwein
  • 1/2 Zitrone
  • 1 Stange Zimt
  • 1 TL Salz

Für die Klöße:

  • 500g Kartoffeln
  • 120g Kartoffelstärke
  • 1 EL Grieß
  • 1 TL Salz
  • 1 Msp Muskatnuss

Zubereitung:

Für die Gans mit Rotkraut und Klößen zuerst den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Äpfel und Orange achteln, mit den Gewürzen gut vermischen und die Gans damit füllen. Die Gans auch von außen gut mit Salz, Pfeffer, Majoran und Thymian einreiben und in einen großen befetteten Bräter setzen. Den Bund frischen Thymian hinzugeben.

Im vorgeheizten Backofen eine halbe Stunde braten. Dabei die Gans mehrmals mit Honig bepinseln und mit Bier übergießen. Danach auf 180 Grad zurückschalten, mit etwas Wasser ablöschen und die Gans für rund 2 Stunden im Ofen fertig braten.

In der Zwischenzeit können sie das Rotkraut zubereiten. Rotkraut putzen, waschen und fein schneiden. Mit Orangensaft, Rotwein, Zitronensaft, Salz und Kümmel vermengen und etwas ziehen lassen. Anschließend mit der Zimtrinde 30 Minuten in einem Topf weich kochen. Für die Kartoffelklöße, die Kartoffeln weich kochen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die Masse mit Kartoffelstärke, Grieß, Salz und Muskatnuss vermengen. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen. Anschließend runde Klöße formen und in einem Topf mit Salzwasser 15 Minuten gar ziehen lassen. Abseihen und warm stellen. Die knusprig gebratene Gans zerteilen und mit Rotkraut und Knödeln servieren.


Vegetarisch: Auch vegetarisch lässt sich das Weihnachtsfest genießen. Ein gefüllter Butternusskürbis mit Quinoa, Pilzen und Käse oder eine aromatische Gemüselasagne sind köstliche Optionen, die sowohl als ganze Mahlzeit als auch als Beilage serviert werden können. Mit dem richtigen Rezept gelingt aber auch ein vegetarischer Weihnachtsbraten.

Rezept: vegetarischer Weihnachtsbraten

Zutaten für 6 Portionen:

  • 1 Dose Kidneybohnen
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 200 g braune Champignons
  • 2 Paprikaschoten
  • 2 Möhren
  • 1 Bund Petersilie
  • 3 Thymianzweige
  • 80 g Walnusskerne
  • 3 Eier
  • 150 g Haferflocken
  • 3 EL Tomatenmark
  • 3 EL Senf
  • Geschmacksneutrales Öl
  • Zum Würzen: Salz, Pfeffer, Paprikapulver Edelsüß

Zubereitung:

  1. Gemüse und Petersilie waschen und klein schneiden. Thymian waschen und Blättchen zupfen. Walnusskern ohne Öl in einer Pfanne rösten und anschließend fein hacken. Kidneybohnen abtropfen und waschen.
  2. Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Rapsöl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebeln sowie Knoblauch wenige Minuten darin anbraten. Champignons, Paprika und Möhren dazugeben und 4-5 Minuten bei mittlerer Hitze braten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Abkühlen lassen.
  3. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen. Senf, Tomatenmark, Eier und Kidneybohnen zusammen in einem Gefäß pürieren. Haferflocken, Petersilie, Thymian und Walnusskerne unterrühren. In eine große Schüssel geben und mit dem zuvor zubereiteten Gemüse zu einer homogenen Masse verarbeiten. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken, in die Kastenform geben und glattstreichen.

In den vorgeheizten Ofen geben und für 70 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Anschließend abkühlen lassen und vorsichtig aus der Form lösen.

Heiße Getränke

Glühwein: Dieser Klassiker ist schnell und einfach zubereitet.

Glühwein wie vom Weihnachtsmarkt
  • 1 Liter roten oder weißen Glühwein
  • 2 Orangen, in Scheiben geschnitten
  • 7 Nelken
  • 2 Zimtstangen
  • 1 Sternanis
  • 50 g braunen Kandiszucker

Den Wein mit dem Obst und den Gewürzen in einen Topf geben und bei niedriger Stufe erhitzen. Den Zucker erst am Ende dazugeben. Nicht kochen lassen. Je nach Tassengröße reicht die Menge für vier bis sechs Tassen.

Punsch: Hier können Sie kreativ werden! Verwenden Sie Fruchtsäfte wie Apfel- oder Orangensaft, fügen Sie Gewürze wie Zimt und Nelken hinzu. Warm servieren und mit Orangenscheiben garnieren.

Heiße Schokolade: Verwenden Sie hochwertige Schokolade oder Kakaopulver, erwärmen Sie Milch und mischen Sie diese mit der Schokolade. Fügen Sie eine Prise Zimt oder etwas Vanille hinzu. Für das gewisse Extra jetzt noch Sahne oder Marshmallows obendrauf und fertig ist der leckere Kakao.

Festliche Cocktails

Eggnog: Bei uns auch als Eiergrog bekannt ist ein reichhaltiger Cocktail, der ursprünglich aus Großbritannien stammt. Er besteht aus Eigelb, Milch, Sahne, Zucker und Rum. Gewürzt mit einer Prise Muskatnuss können Sie ihn sowohl gekühlt oder leicht erwärmt servieren.

Kir Royal: Ein eleganter Cocktail aus Champagner und schwarzem Johannisbeerlikör ist ein Hingucker auf jeder Weihnachtsparty. Kombiniert mit frischen Johannisbeeren und selbstgemachten Eiswürfeln perfekt als Aperitif geeignet.

Ingwer-Apfel-Drink: Ein winterliches Getränk aus Apfelsaft, Ginger Ale, Äpfeln, Zitronensaft und Ingwer. Alles vermengen, gut ziehen lassen und eisgekühlt servieren. Überraschen Sie Ihre Gäste mit dieser gesunden und erfrischenden Cocktail-Variante.

Winter-Mocktail: Mischen Sie jeweils 40 ml zweier Ihrer Lieblingssäfte mit 400 ml Ginger Ale und 2 EL Grenadine. Für den weihnachtlichen Geschmack fehlen nur noch 2 Zimtstangen und 4 Rosmarinzweige. Garnieren Sie den Mocktail mit kleinen Früchten Ihrer Wahl. Unser Tipp: Orangen- und Cranberrysaft ergeben eine köstliche Kombination.

Tipps, um die Weihnachtsküche stressfrei und nachhaltig zu gestalten

Planung und Vorbereitung:

  • Zeitplan erstellen: Planen Sie im Voraus, was Sie wann kochen möchten. Erstellen Sie einen groben Zeitplan für die Zubereitung Ihrer Gerichte, um Stress am eigentlichen Feiertag zu vermeiden.
  • Vorbereitung im Voraus: Viele Gerichte können im Voraus zubereitet und eingefroren werden, ohne dass der Geschmack oder die Konsistenz darunter leiden. Besonders gut funktioniert dieses Vorgehen bei Suppen, Soßen, Gemüse und Fleischgerichten. Beilagen wie Spätzle oder Klöße bereiten Sie am besten frisch zu. So haben Sie am eigentlichen Festtag keinen Zeitdruck.
  • Delegieren: Scheuen Sie sich nicht davor, anderen Familienmitgliedern oder Freunden Aufgaben in der Küche zuzuweisen. Gemeinsames Kochen macht sowieso viel mehr Freude.

Resteverwertung und Lebensmittelverschwendung:

  • Kreatives Restekochen: Verwenden Sie Reste für neue Gerichte. Gemüse kann zu Suppen oder Pfannengerichten verarbeitet werden, Bratenreste eignen sich für Sandwiches oder Salate. Hierbei werden Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt, Sie werden überrascht sein, welche neuen Gerichte sich daraus ergeben werden.
  • Richtige Lagerung: Bewahren Sie Lebensmittel richtig auf, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Verwenden Sie dafür luftdichte Behälter oder Tiefkühlbeutel. Frieren Sie ein, was Sie gerade nicht verwerten können. So müssen Sie das Festmahl, in das Sie so viel Zeit und Mühe investiert haben, nicht entsorgen und können es zu einem späteren Zeitpunkt genießen.

Praktische Helfer für das Kochen und Backen an Weihnachten

In der Küche lässt sich natürlich erstmal alles von Hand mit einem Kochfeld und einem Backofen bewerkstelligen. Allerdings gibt es diverse Gerätschaften, die die Zubereitung, gerade an Weihnachten, wenn viele Gerichte für viele Personen gekocht werden, massiv erleichtern. Dass Sie dabei viel Zeit sparen ist nur einer der Vorteile.

Wer viel und gerne kocht beziehungsweise backt und in der Küche der eigenen Kreativität freien Lauf lässt, der kennt diese Geräte. Der Thermomix dürfte schon beinahe als deutsches Kulturgut gelten. Die meisten Küchenhelfer sind vielseitig einsetzbar und bieten diverse Funktionen für verschiedene Zubereitungsverfahren in der Küche. Allerdings hat das seinen Preis. Ein Gerät wie der beliebte Thermomix kostet gut und gerne 1.400 Euro und auch die Konkurrenz lässt sich die Funktionsvielfalt einiges kosten. Wenn Sie sich dennoch Hilfe für die Feiertage holen möchten, könnte unser Sofortkredit mit finanziellem Spielraum die Lösung für Sie sein.

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