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Von Benedikt Billmeyer unter:
AllgemeinLiquiditätsmanagement

150902 darlehensartenDas neue Auto oder die eigene Immobilie: Die besonderen Dinge im Leben kosten meistens Geld – leider oft mehr, als das eigene Konto hergibt. Für diese Situation haben Banken entsprechende Angebote. Annuitäten- oder Euribor-Darlehen, Forward- oder Fälligkeitskredit? Die Kunden haben die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Darlehensarten. Diese unterscheiden sich vor allem hinsichtlich des Zeitpunkts der Rückzahlung, des Rückzahlungszeitraums und der Höhe der Zins- und Tilgungsbeträge. Es gibt kurz-, mittel- und langfristige Kredite sowie Festzinsvereinbarungen oder Darlehen mit variablen Zinssätzen. Je nach Höhe der angestrebten Investition, dem vorhandenen Kapital und der persönlichen Wünsche haben die verschiedenen Darlehensformen Vor- und Nachteile. Hier ist es wichtig, sich im Vorfeld ausgiebig zu informieren, denn auch die Konditionen unterscheiden sich zum Teil stark.

 

Die wichtigsten Darlehensarten sind:

– Fälligkeitsdarlehen, auch: Festdarlehen oder endfälliges Darlehen

– Annuitätendarlehen

– Tilgungsdarlehen, auch: Abzahlungsdarlehen

– Euribor-Darlehen

– Forward-Darlehen, auch: Vorratsdarlehen oder Zinswette

 

Fälligkeitsdarlehen

Die einfachste Darlehensform ist das sogenannte Fälligkeitsdarlehen. Der Kreditnehmer leiht sich eine bestimmte Summe und zahlt monatlich nur die Zinsen. Am Ende der Darlehenslaufzeit ist der komplette Betrag auf einen Schlag fällig. Der Vorteil des Fälligkeitsdarlehens liegt darin, dass die monatliche Belastung gering ausfällt. Der große Nachteil ist, dass sich die offene Kreditsumme nicht verringert und komplett auf einmal anfällt. Das kann Kreditnehmer, die es nicht schaffen bis zum Ablauf des Zeitraums Geld zur Seite zu legen, in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Bevor man also einen solchen endfälligen Kredit aufnimmt, sollte man sicher sein, dass die volle Summe am Ende der Laufzeit auf der hohen Kante liegt.

 

Annuitätendarlehen

Die häufigste Kreditform ist das Annuitätendarlehen, vor allem bei der Immobilienfinanzierung. Im Gegensatz zum Fälligkeitsdarlehen bestehen die monatlichen Raten aus Zinsen und einem Tilgungssatz der Kreditsumme. Die Zinsbeträge verändern sich je nach Höhe der Restschuld. Sie sinken also mit der Laufzeit und abnehmender Rückzahlungssumme. Oftmals gewährt die Bank eine Zinsbindung für einen bestimmten Zeitraum. Danach steigt der Zinssatz meist. Allerdings werden nur noch anteilig Zinsen auf den offenen Restbetrag fällig. Der große Vorteil des Annuitätendarlehens ist, dass der Kredit mit regelmäßiger Tilgung und sinkenden Zinsen immer schneller abgezahlt wird. Außerdem sind die monatlichen festen Raten gut einschätzbar für den Kreditnehmer. Jedoch kann es sein, dass die Raten erhöht werden muss, damit der Schuldbetrag im vereinbarten Zeitraum getilgt werden kann. Sondertilgungen sind bei dieser Darlehensart oft nicht möglich.

 

Tilgungsdarlehen

Das Abzahlungs- oder Tilgungsdarlehen ist vor allem bei Gewerbetreibenden beliebt. Denn die gleichbleibenden Tilgungsraten können den Abschreibungen entsprechen. Bei dieser Darlehensform wird unabhängig vom Zins eine konstante monatliche Tilgungsrate festgelegt. Insgesamt nimmt die Rate aus Zinsanteil und Tilgung mit zunehmender Zeit ab, weil immer weniger Zinsen anfallen. Das Tilgungsdarlehen ist aufgrund niedriger Zinsen das günstigste Darlehen, jedoch sind die monatlichen Tilgungsraten am Anfang hoch. Es eignet sich besonders für größere und längerfristige Anschaffungen, da die Rückzahlungsphase meist vergleichsweise lang dauert.

 

Euribor-Darlehen

Variable Darlehen zeichnen sich stark durch ihre hohe Flexibilität bei den Zinssätzen aus. Die Zinsen werden nach bestimmten Zeiträumen an einen aktuellen Referenzzinssatz angepasst. Meist ist das der Euribor. Dabei handelt es sich um den Leihzinssatz der Banken untereinander, der sich wiederum an dem Leitzins der Europäischen Zentralbank orientiert. Der Euribor wird täglich veröffentlicht, was dem Kreditnehmer mehr Transparenz und Unabhängigkeit vom Kreditgeber gewährt. Kurzfristige Zinsbindungen ermöglichen auf lange Sicht meist günstigere Kredite. Kreditnehmer gehen aber auch ein gewisses Risiko dabei ein, dass die Zinsen kurzfristig steigen. Wenn Banken diese Darlehensform anbieten – was nicht immer der Fall ist – sind Sondertilgungen uneingeschränkt möglich. Der Euribor-Kredit lässt sich dann in ein Festzinsdarlehen umwandeln, um einen niedrigen Zinssatz zu fixieren. Diese Darlehensform eignet sich für alle, die sich regelmäßig über die aktuellen Zins-Entwicklungen informieren und entsprechend handeln. Variable Euribor-Darlehen sind vor allem für Kreditnehmer mit guter bis sehr guter Bonität eine gute Wahl, weil sie flexibel auf Zinsschwankungen reagieren können.

 

Forward-Darlehen

Bei einem Forward-Darlehen handelt es sich um ein Annuitätenkredit, mit dem man sich heute die aktuell günstigen Zinsen für morgen sichern können. Bis zu fünf Jahre im Voraus lassen sich günstige Zinssätze für Anschlussfinanzierungen festlegen, auch wenn der alte Kredit weiterläuft. Allerdings verlangen die Kreditinstitute für jeden Monat Vorlaufzeit einen gewissen Zinsaufschlag, der bei rund 0,02 bis 0,04 Prozent liegt. Hohe Forward-Aufschläge sind interessanterweise am attraktivsten, weil sie ein Anzeichen dafür sind, dass die Zinsen bald steigen könnten. Wenn der Kreditnehmer einen bereits vorhandenen Kredit zum günstigeren Zinssatz vor Ablauf der vereinbarten Rückzahlungsfrist umschulden möchte, verlangt die Bank meist eine Vorfälligkeitsentschädigung. Diese kann die Ersparnisse beim Forward-Kredit wieder aufheben. Diese Kreditform, die auch Zinswette genannt wird, birgt das Risiko, dass die Zinsen weiter sinken und damit nicht die besten Konditionen fixiert werden.

Benötigen Sie ein Darlehen? Dann beraten wir Sie gerne.

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