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28. Mai 2020
von easyCredit

Homeoffice mit Kleinkind – Kein Problem, oder?

iStock.com/Geber86
In unserem Blogartikel erzählt ein Vater von seinen Erfahrungen aus dem Homeoffice mit Kinderbetreuung in Zeiten der Corona-Pandemie. iStock.com/Geber86

Seit Wochen sind die Kindertagesstätten aufgrund der Corona-Pandemie bereits geschlossen. Viele Familien mussten sich deshalb relativ schnell auf die neue Situation einstellen. Der Begriff „Beruf und Familie“ hatte plötzlich eine ganz andere, neue Bedeutung. Man musste seinen kompletten Alltag umstellen, sich entsprechend organisieren, um die Kinder betreuen zu können und das möglichst ohne Einschränkung für seinen Beruf. Unsere Kleinkinder benötigen nun mal ausreichend Unterhaltungsprogramm.

Die Voraussetzungen für jede einzelne Familie sind natürlich unterschiedlich. Die Anzahl und das Alter der Kinder sowie die berufliche Flexibilität der Eltern erfordern unterschiedliche Wege, diese schwierige Zeit zu meistern. Ich möchte Ihnen gerne berichten, wie es meiner kleinen Familie und mir in der letzten Zeit erging und welche positiven aber auch negativen Erfahrungen wir gesammelt haben.

Lass das mal den Papa machen

Wir, das sind meine dreijährige Tochter Lina, meine Frau Katja und ich. Lina geht gerne in den Kindergarten, liebt es draußen zu spielen, sich mit anderen Kindern zu treffen, ist sehr wissbegierig und zieht sich aber auch gerne mal alleine in ihre Puppenecke zurück. Meine Frau arbeitet im Krankenhaus, also in einem der systemrelevanten Berufe. Sie ist zwar nicht direkt an vorderster Front, was die Behandlung von Corona-Fällen angeht, aber natürlich besteht für sie ganz klar eine höhere Gefahr, sich während ihrer Arbeitszeit anzustecken. Dies ist bisher nicht passiert und darf gerne so bleiben. Dennoch war uns die Gefahr für sie, folglich auch für Lina und mich, von Anfang an bewusst und wir haben deshalb auch gleich Notfallpläne aufgesetzt, um im Falle einer Ansteckung schnell reagieren zu können. Man kann ja nie wissen.

Ich selbst arbeite als Marketing Manager bei der TeamBank AG – den Machern von easyCredit. Klingt nach klassischem Bankbetrieb? Von wegen!

Ich bin inzwischen schon über 13 Jahre dabei und konnte miterleben, wie sich mein Arbeitgeber zu einem digitalen und technisch innovativen Unternehmen entwickelte, was sich vor allem jetzt während der Corona-Pandemie als großer Vorteil erwiesen hat. Auch die Mitarbeiter der TeamBank standen schon immer im Fokus, wenn es um Erleichterung im Arbeitsalltag oder um die Work-Life-Balance ging. So hat zum Beispiel jeder Mitarbeiter seinen eigenen Laptop, mit dem er sich in unserer Zentrale jeden Tag einen Arbeitsplatz nach seinen individuellen Bedürfnissen und Anforderungen des jeweiligen Arbeitstags aussuchen kann oder eben auch flexibel ins Homeoffice geht.

Somit war bei uns in der Familie von Anfang an klar, dass meine Frau ihrer Arbeit vor Ort nachgeht und ich ab dem ersten Schließtag der Kindertagesstätte ins vorübergehende Homeoffice gehe, um so neben der Arbeit auch auf meine Tochter Lina aufpassen zu können. Vorab: Ich liebe meine Tochter immer noch abgöttisch, aber es gab Momente in denen ich mir wünschte…. Aber dazu später mehr.

(K)ein Tag wie jeder andere

Lina und ich mussten uns anfangs erst mal auf den neuen Alltag einstimmen, uns zurechtfinden und Tagesabläufe aufstellen, die es bis dato noch gar nicht gab. Es war ein gewisses „Eingrooven“, das überraschenderweise ganz gut funktionierte – zumindest zu Beginn unserer intensiven Tochter-Vater-Zeit. Lina hatte schnell begriffen, in welcher Lage sich die Menschen und somit auch wir uns befinden. Das „blöde Virus“ war schuld, dass sie jetzt nicht mehr ihren Cousin treffen konnte oder Oma und Opa besuchen durfte. Da saß plötzlich eine Dreijährige neben mir und nieste sich in die Armbeuge oder fragte nach jedem Aufenthalt im Freien nach dem „Defektmittel“, um sich die Hände einzureiben.

Wir waren positiv überrascht und auch stolz, wie unser kleines Mädchen das Ganze aufnahm.

Es hatte sich umgehend und ohne größere Absprache ein gewisser Tagesrhythmus bei uns eingestellt. So starteten wir eigentlich ziemlich ausgeschlafen in den Tag. Um 07:30 Uhr ging es ins Badezimmer zum Zähne putzen, waschen, jammern, dass es so hell draußen ist, kämmen, jammern, dass die Klamotten nicht passen (die werden jeden Vorabend von ihr persönlich ausgesucht), fünf Mal die Klamotten austauschen, wieder kämmen, eincremen und dann erst mitteilen, dass auch der Papa jetzt mit der Morgenwäsche anfangen darf.

Geschafft! Um kurz nach 08:00 Uhr sind wir in der Küche angekommen. Während sie sich ihr obligatorisches Joghurt aus dem Kühlschrank holt und sich am Esszimmertisch platziert, bin ich am Lüften, Aufräumen, Wäsche einschalten, Haare aus dem Ausguss ziehen, Betten machen und zieh mir im Vorbeigehen noch schnell meine Strümpfe an, die ich irgendwie vergessen hatte.

Lina ist mittlerweile schon fertig und Papa darf den Tisch abräumen. Noch ein großer Schluck Saftschorle und dann hätte Madame gerne Unterhaltung geboten. Nur leider steht bei mir schon der erste Termin auf dem Kalender und ich sollte vorher zumindest mal die Agenda lesen. Aber das muss noch warten: „Papa, fertig!“ hallt es aus dem Badezimmer. Leider wurde Lina auf dem Weg dorthin wohl von ihren Stoffpferden aufgehalten, die ebenfalls ihr Frühstück bekommen sollten. Das zumindest, so behauptet sie, sei der Grund für die nasse Hose. Also beginnt die Modenschau von vorne nachdem wir uns ebenfalls erneut gewaschen haben. „Lina du schaffst das jetzt alleine. Papa muss telefonieren.“

Anfangs konnte ich meine Tochter noch ganz gut dazu überreden, sich eine gute Stunde mit sich selbst zu beschäftigen. Mir war auch völlig egal, dass der komplette Inhalt ihres Kinderzimmers dann den Weg in unser Wohnzimmer fand. Ich hatte zumindest kurz die Möglichkeit, konzentriert zu arbeiten. Aber irgendwann hat ihr das auch nicht mehr gefallen. Natürlich absolut verständlich und nachvollziehbar, dass auch das schönste Fantasiespiel irgendwann ein Ende hat. Wenn es soweit war, stand ein kleines Mädchen mit großen Augen neben mir und fragte: „Papa, was machst du?“ „Papa, kann ich auf deinen Schoß?“ „Papa, wie lange musst du noch arbeiten?“ „Papa, kann ich helfen?“

Also musste ich mir etwas einfallen lassen und was ist da einfacher als den Fernseher einzuschalten.

Ein Hoch auf die Streamingdienste

Lina darf schon seit einiger Zeit maßvoll TV sehen. Es kristallisierten sich auch schnell Favoriten hervor: Peppa Wutz, Conny, Leo Lausemaus, Bianca Zauberkind und nicht zu vergessen Bibi und Tina.

Bei anstehenden Telefonkonferenzen, die etwas länger dauern würden, habe ich ihr also ihre Wunschserie ausgesucht und ich konnte in Ruhe arbeiten. Mit einem Ohr immer beim Geschehen im Wohnzimmer, musste ich mir schnell aneignen, das Micro auszuschalten, um nicht das ganze Team an meinen Sangeskünsten teilnehmen zu lassen: „Das sind Bibi und Tina auf Amadeus und Sabrina…“

Wie kleine Kinder so sind, merken sie sich meistens die Dinge, die aus unserer Sicht eher unwichtig sind. So stand Lina fortan sofort neben mir sobald ich das Headset aufsetzte. Immer mit dem Wissen im Hintergrund, dass der Papa ja jetzt den Fernseher wieder anmachen könnte. Doch ich lies mich erst mal nicht beirren. Ich habe versucht, die Termine immer so zu setzen, dass dazwischen immer Zeit war, mich mit Lina zu beschäftigen. Sei es Malen, Basteln oder auch mal ein kurzer Spaziergang in den nahegelegenen Wald. Auch die Mittagszeit hielt ich mir so gut es ging frei, um mit ihr das Essen zuzubereiten und es in Ruhe zu genießen. Anschließend hatte ich meist das Glück, dass sie sich nochmal in ihr Zimmer zurückzog und die Zeit bis zum Nachmittag konnten wir ohne größere Dramen überbrücken. Dann kam auch endlich die Mama heim und nicht nur meine Tochter freute sich darauf. So konnte ich mich zurückziehen und einiges an Arbeit nachholen, was untertags warten musste.

Es kann nur einen geben

Doch die Situation änderte sich schon bald. Lina war kaum noch so ausgelastet wie zu Kindergartenzeiten. Durch die Anpassungen in unserer Kundenkommunikation bezüglich der Corona-Krise wurde es auch bei mir nicht weniger, was an Aufträgen reinkam. Das Nervenkostüm von uns beiden wurde dünner. Jeder hatte seine Ansprüche wie ein Tag ablaufen sollte. Anfangs kompromissbereit aber zum Ende hin siegte der Egoismus.

Lina wollte am liebsten nur noch vor der Glotze sitzen oder zu Zeiten das Haus verlassen, wo es bei mir dann eben einfach nicht mehr ging. Ich selbst konnte meine „Lina-Zeiten“ fast nicht mehr blocken, da ich sonst, für mich relevante, Termine verpassen würde. Trotz der großen Unterstützung und des Verständnisses meiner Chefin und meines Teams war es nun mal so, dass ich meinen Aufgaben nachkommen musste.

Streit war also nun auf der Tagesordnung. Das Schlimmste dabei war, dass Lina den gleichen Dickschädel hat wie ihr Papa und wir beide oft lange Zeit zur Einsicht brauchen. Es ging morgens bereits los, wenn sie wieder unzufrieden mit ihrer Klamottenauswahl war. Dann passte was am Frühstück nicht, plötzlich waren Schuhe zu groß, die sie schon ewig anzog und so weiter. Es zog sich durch den ganzen Tag. Tränen, erhobene Stimme wegen Kleinigkeiten und selbst meine Frau konnte am Abend nicht mehr für Beruhigung sorgen.

Es gab sogar eine Situation wo Lina und ich so laut gestritten haben, dass wir beide türenknallend den Raum verlassen haben. Hier waren wir beide gleich so negativ von uns überrascht, dass wir uns nach einigen Minuten mit Tränen in den Augen in die Arme fielen und uns einfach, ohne etwas zu sagen, umarmten. Das tat uns beiden gut, wo doch schon ein paar Stunden später die nächste Meinungsverschiedenheit auf uns zu kam.

Letztendlich blieb mir nichts anderes übrig als mir selbst und meiner Frau gegenüber einzugestehen, dass ich mittlerweile mit der Situation überfordert war. Uns fiel nicht mehr wirklich viel ein wie wir noch positiv auf unsere Tochter einwirken konnten, um es für sie wieder leichter zu machen. So beschlossen meine Frau und ich die Notbremse zu ziehen und den Kindergarten anzurufen. Dieser bot mittlerweile eine Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen an. Da meine Frau hiervon betroffen war, konnten wir Lina ohne großen Vorlauf anmelden.

Die Entscheidung fiel uns wirklich nicht einfach. Sollen wir unsere Tochter in eine Einrichtung schicken aus der sie eh schon immer regelmäßig irgendwelche Bazillen mit nach Hause bringt? Wieso schaffen wir es nicht mit EINEM Kind die Betreuung zu Hause anständig zu meistern? Sind wir etwa schlechte Eltern?

Das hat uns lange beschäftigt. Nicht wegen etwaigem Gerede anderer Leute, aber wegen unserem eigenen schlechten Gewissen und ob wir das alles mit uns selbst vereinbaren können. Doch schließlich hatten wir ja auch die große Hoffnung, dass sich Lina im Kindergarten etwas mehr verausgaben kann und somit auch zu Hause wieder eine entspannte Atmosphäre herrscht.

Hut ab vor allen Eltern

Unsere Tochter geht nun seit kurzem wieder in den Kindergarten. Für drei Tage und jeweils sechs Stunden. Es fühlte sich anfangs wie eine Niederlage gegen sich selbst an, aber nachdem Lina freudestrahlend von ihrem ersten Kindergartentag berichtete, waren die Selbstzweifel etwas kleiner geworden. Ein Kinderlachen tröstet oft über Vieles hinweg.

Ich habe den größten Respekt vor allen Eltern, die in den verschiedensten Familienkonstellationen mit dieser Situation zurechtkommen. Nicht alle können auf die Option zurückgreifen und ihre Kinder in die Notbetreuung geben. Es ist alles andere als einfach seine Kinder zu betreuen, zu erziehen, zu unterrichten oder sie einfach nur eine gewisse Zeit zu beschäftigen.

Hier wird momentan in vielen Haushalten fast Unmögliches geleistet und davor kann man nur den Hut ziehen.

Und Lina? Die steht gerade gelangweilt neben mir und sucht Beschäftigung. Aber da hat der Papa dieses Mal vorgesorgt. Schauen Sie doch auch mal beim #HEIMSPIEL der Woche vorbei: easycredit.de/easycredit-bbl

Da findet bestimmt jeder was gegen Langeweile!

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