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ÜberschuldungGastbeitrag unseres Kollegen Marc Olivier Weber

 

„Überschuldung ist ein Dauerbrenner in den Medien. Besonders intensiv diskutiert wird dabei oft das vermeintlich ungezügelte Konsumverhalten junger Leute. Aufhorchen lässt, dass laut einer Studie des iff-institut für finanzdienstleistungen e.V. in Hamburg aus dem Jahr 2013 bereits 35,5 Prozent aller unter 35-Jährigen als überschuldet gelten. Ursachen gibt es viele: Zum einen gilt es für manche als Muss, stets mit dem neuesten Smartphone, Tablet oder Flachbildfernseher ausgestattet zu sein.

 

Auch laden attraktive Finanzierungsangebote – vom Baumarkt bis zum Fahrradladen – zum Kauf auf Pump ein. Damit ist das Schuldenmachen längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es verwundert somit kaum, dass nicht nur viele junge Menschen auf einem großen Schuldenberg sitzen. Um die Überschuldung einzudämmen, hat der Gesetzgeber bereits 1999 die Verbraucherinsolvenz eingeführt. Am 1. Juli 2014 wurden die damals auferlegten Hürden zur Restschuldbefreiung mit der Novelle der Insolvenzrechtsreform noch etwas gesenkt. Die sogenannte „Wohlverhaltensphase im Restschuldbefreiungsverfahren“ reduziert sich jetzt unter bestimmten Voraussetzungen von sechs Jahren auf drei Jahre. Dafür müssen die Verfahrenskosten und Masseverbindlichkeiten sowie eine Befriedungsquote von mindestens 35 Prozent der angemeldeten Forderungen gezahlt werden. Das sieht auf den ersten Blick nicht wie eine große Hürde aus.

Restschuldbefreiungsverfahren Infografik

Aber auch mit dem verkürzten Verfahren bringt eine Privatinsolvenz nach wie vor generell massive Einschränkungen im täglichen Leben mit sich. Selbst das Anmieten einer Wohnung oder der Abschluss eines Handyvertrages sind mit einem negativen Eintrag in einer Wirtschaftsauskunftei meist Dinge der Unmöglichkeit. Daher sollten die beschleunigte Restschuldbefreiung und die verkürzte Wohlverhaltensphase keinesfalls als Einladung verstanden werden, sich übermäßig zu verschulden.

 

Halten Sie die Neuregelung der Verbrauchinsolvenz für sinnvoll? Gehen die neuen Bestimmungen Ihrer Meinung nach zu weit oder nicht weit genug? Diskutieren Sie mit!