easyCredit-Blog

Von Annemarie Moltz unter:
AllgemeinHinter den Kulissen

Grüne Haus_Babyklamotten_2015Am 9. Juni 2015 hat der Verein Charta der Vielfalt e.V. den 3. Deutschen Diversity-Tag veranstaltet, einen bundesweiten Aktionstag, an dem Unternehmen und Institutionen den Vielfaltsgedanken in den Fokus rücken. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, unterstützt die Initiative.

 

Wir sind ebenfalls Unterzeichner der „Charta der Vielfalt“ (www.charta-der-vielfalt.de) und unterstützen das „grüne Haus“. Was steckt da dahinter?

Das „grüne Haus“ ist kein „normales“ Wohnhaus, sondern eine Asylbewerber-Unterkunft und nimmt als Dependance der zentralen Aufnahmestelle Zirndorf bis zu 100 Flüchtlinge auf. In der Regel beträgt die Aufenthaltsdauer zwischen 2 Wochen und 2 Monaten. In der Unterkunft in der Beuthener Straße, neben unserem easyCredit-Haus, werden vor allem Familien untergebracht.

 

Wenn man zu unseren Nachbarn rüberschaut, dann sieht man, dass dort – zumindest zur kalten Jahreszeit – an den Balkonen Plastiktüten hängen. Darin: Lebensmittel. Im „Garten“: spielende Kinder. Als Fußball dient eine ausrangierte Blechdose, das angerostete Fahrrad hat keine Reifen, gefahren wird auf den Felgen. Der Wirkung des Anblicks kann sich niemand entziehen. Kein Wunder, dass wir bereits 2 Wochen nach dem Umzug ins easyCredit-Haus beschlossen haben: Wir wollen uns einbringen, das versteht sich unter Nachbarn ganz von selbst. Deshalb haben wir umgehend einen Termin mit der dort tätigen Sozialarbeiterin der Rummelsberger Werkstätten und dem verantwortlichen Verwaltungsmitarbeiter vereinbart. Die Botschaft an uns war eindeutig: Man freut sich riesig über unser Engagement – aber der gute Wille muss „angeleitet“ und koordiniert werden, die Regularien sind komplex und die Menschen, Helfer wie Flüchtlinge, sind schnell überfordert.

 

Es war schön zu sehen, dass dies aber nicht bedeutet, nicht auch spontan aktiv werden zu können. Im Februar haben wir erfahren haben, dass „drüben“ drei Familien mit neugeborenen Baby eingezogen sind. Windeln und Babynahrung waren vorhanden, ansonsten fehlte es an allem. Mit einem schnellen Einkauf und „Mund zu Mund-Propaganda“ unter jungen Kollegen-Eltern haben wir schon am nächsten Morgen Berge von Babykleidung bei unseren Nachbarn abgeliefert. Toll, dass die Kollegen so schnell in die Bresche gesprungen sind. Anlässlich des Diversity-Tages starten wir weitere, langfristige Hilfeleistungen. Wir wollen zunächst an den drängendsten Punkten ansetzten und haben als erstes den Punkt „Kommunikation“ aufgegriffen. Denn gerade Familien, die getrennt wurden und einige Angehörigen zurücklassen mussten, wollen natürlich mit ihnen in Kontakt bleiben. Wir wollen pragmatisch unterstützen und eine für die Bewohner günstige Möglichkeit schaffen. Zukünftig werden Hot-Spots eingerichtet, um einen freien Internet-Zugang für die Bewohner zu schaffen – um nur ein Beispiel zu nennen.

 

Wir sind nicht die Einzigen, die sich für Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt einsetzen. Mehr als 2.000 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Aber nicht nur Institutionen können etwas für eine Gesellschaft, die frei von Vorurteilen ist, tun. Jeder von uns kann persönlich einen Beitrag dazu leisten – manchmal reicht dafür auch schon der Blick in die unmittelbare Nachbarschaft, um Möglichkeiten zu helfen zu finden.

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