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Von Annemarie Moltz unter:
Hochzeit

Finanzen in der BeziehungEiner romantischen Trauung folgen meist weniger romantische Behördengange, um Steuerklassen und Nachnamen ändern zu lassen. Aber lesen Sie selbst.

 

Kurz nach der Hochzeit schweben frischvermählte Brautpaare auf Wolke Sieben und schwelgen in Erinnerungen an den schönsten Tag ihres Lebens, doch spätestens mit der Rückkehr aus den Flitterwochen nimmt der Höhenflug der Gefühle ein jähes Ende und die rosarote Brille wird abgesetzt. Ehemals überglückliche Verlobte werden zu nörgelnden Ehefrauen, die sich über fehlende Romantik in der Beziehung beschweren und Männer empfinden ihre Angetrauten auf einmal als anstrengend, kompliziert und zickig. Na ja, manchmal zumindest.

 

Doch dies sind bei weitem noch nicht alle Veränderungen die nach einer Hochzeit eintreten und auf die sich ein Ehepaar gefasst machen sollte. Als wäre es nicht schon schwer genug sich nach der Hochzeit auf den plötzlichen Sinneswandel seiner besseren Hälfte einzustellen, stehen noch einige weitere Neuerungen, wie zum Beispiel diverse Namensänderungen, und damit verbunden auch etliche Behördengänge, an.
Nach einer Hochzeit gibt es mehr zu beachten als man meist denkt. Dabei droht die Gefahr schnell einmal den Überblick zu verlieren. Um dem entgegen zu wirken ist es ratsam, die folgenden Punkte und Ratschläge zu berücksichtigen.

 

EheurkundeVor allem für den, der seinen Namen geändert hat, gibt es nach der Hochzeit viel zu tun.
Ein neuer Personalausweis oder Reisepass muss bei der zuständigen Gemeindeverwaltung beantragt werden. Das ist direkt nach der Anmeldung der Eheschließung am Standesamt möglich. So können die Flitterwochen mit aktuellen Ausweisdokumenten angetreten werden. Das erspart unnötigen Ärger und zusätzliche Kosten für vorläufige Papiere.
Den Führerschein kann man bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde umschreiben lassen. Auch die Zulassungsbescheinigungen, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, müssen aktualisiert werden.

Um die Namensänderung Banken und Versicherungen mitzuteilen, reicht meist ein einfaches Anschreiben und eine Kopie der Heiratsurkunde.
Wichtig ist es, auch den Arbeitgeber umgehend über die Eheschließung und die miteinhergehende Namensänderung in Kenntnis zu setzten.
Bei der Krankenkasse sollte eine Krankenkassenkarte mit dem neuen Nachnamen beantragt werden.
Zusätzlich gilt es daran zu denken, jegliche Vereine, Verbände, Versandhäuser oder gar die GEZ zu benachrichtigen.

 

Neben der Namensänderung sollte beachtet werden, dass auch die Steuerklasse nicht gleich bleibt. Ledige sind meist in der Steuerklasse I eingestuft. Dies kann nach der Eheschließung bei der Gemeindeverwaltung geändert werden.
Gibt es bei Eheleuten einen Alleinverdiener, so sollte dieser in Steuerklasse III wechseln. Haben beide Partner in etwa dasselbe Gehalt, so bietet sich Steuerklasse IV für beide an. Beträgt der Verdienst eines Ehepartners ungefähr 60% des gemeinsamen Arbeitslohns, sollte dieser Partner Steuerklasse III und der andere die Klasse V wählen.

 

Außerdem sollten sie auch ihre Versicherungen prüfen. Bei bereits bestehenden Versicherungen gilt es abzuwägen, welche davon notwendig sind und ob sich einige eventuell zusammenfassen lassen, um Geld zu sparen. Hierbei sollten besonders die Familienrechtsschutz-, die Familienhaftpflicht- und die gemeinsame Hausratsversicherung beachtet werden.
Bei der Kfz-Versicherung ist es ratsam den Partner als zusätzlichen Fahrer einzutragen (weitere Infos finden sie hier).Das Bezugsrecht bei eventuell abgeschlossenen Lebensversicherungen sollte zu Gunsten des Ehepartners geändert werden.

 

Nicht nur durch das Zusammenlegen von Versicherungen können Kosten minimiert werden, auch bereits laufende Kredite der Ehepartner können abgelöst und zu einer Rate zusammengefasst werden. Das spart oft nicht nur Geld, sondern ist auch viel übersichtlicher. So fällt es leichter den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten. Betrachten Sie als Ehepaar Ihre laufenden Kredite und lassen sich gemeinsam neu beraten.

 

Egal, wie schwer es scheint, sich durch den Dschungel der Namens- und Steuerklassenänderungen zu schlagen, wenn man den Behördenmarathon erst einmal hinter sich hat und die Finger vom Email tippen schon wund sind, dann hat man es fasst geschafft. Man ist nun ein Stück mehr im gemeinsamen Leben und Alltag als Ehepaar angekommen.

Es mag vielleicht die rosarote Brille der glückseligen Flitterwochen fehlen, aber wem hat schon eine klare Sicht geschadet? Ist es nicht viel mehr wert seinen Ehepartner trotz seiner Schwächen und all den kleinen Streitereien des Alltags so anzunehmen wie er ist und ihn vielleicht auch ein klitzekleines bisschen wegen genau dieser Fehler so sehr zu lieben?