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LiquiditätsmanagementTipps und Tricks

Oder planlos durch Deutschland?

Was heißt hier bitte planlos? Immerhin haben wir uns bei dem Selbstversuch mit möglichst wenig Geld einen grandiosen Urlaub zu machen, Gedanken darüber gemacht, welche Städte wir uns anschauen wollen und wie wir von A nach B kommen.

Christina, so hieß meine Mitreisende, und ich hatten uns schon lange vorgenommen frei, unabhängig, flexibel und mit möglichst kleinem Budget durch Deutschland zu reisen. Da wir innerhalb einer Woche wieder zurück sein wollten, wählten wir die östliche Route.

Unseren Startpunkt stellte dabei die niederbayerische Stadt Plattling dar, von dieser aus machten wir uns über Leipzig, Dresden und Berlin, als Regierungszentrale, auf zur Ostsee.

Glücklicherweise stellte uns Christinas Oma ihren 14 Jahre alten, treuen, horizontblau- schimmernden Wegbegleiter – einen Renault Kangoo – zur Verfügung.

An dieser Stelle vielen Dank dafür!

Für das Fortbewegungsmittel war somit gesorgt. Jetzt mussten wir es nur noch zum Wohnmobil umbauen. Leicht gesagt und diesmal echt leicht getan. Sitzbank raus, Sitzauflagen, Decken und Kopfkissen rein. Fertig war unsere Schlafoase. An Verpflegungen für die Reise nahmen wir nicht viel mit, da wir uns das Essen vor Ort im Discounter kaufen wollten. Außerdem beeinflusst jeder Gegenstand den wir zu viel mitnehmen unseren Spritverbrauch.

johannes-und-christinaNatürlich darf bei einer solchen Reise auch ein Budget-Plan nicht fehlen. Wir kalkulierten sehr großzügig und veranschlagten 500 Euro pro Person, mit welchen wir Lebensmittel, das Essen gehen, Sehenswürdigkeiten, öffentliche Verkehrsmittel, Spritkosten und natürlich Party machen bezahlen wollten.

Irgendwie sah unser Geldbeutel nach der Reise ganz anders aus. Doch dazu später mehr.

Die erste Etappe führte uns nach Leipzig. Wir sahen uns die Thomaskirche und die schönen Seitenstraßen der Altstadt an und schlenderten durch den Botanischen Garten.

Am späten Nachmittag ging es nach einem kurzen Tankstopp auf zum nächsten Etappenziel, nämlich der Stadt Dresden. Auf dem Messegelände angekommen stellten wir unseren Kangoo idyllisch gelegen unter ein paar Bäumen hinter einer verlassenen Fabrik ab.

Okay – Zeit fürs Abendessen. Dieses nahmen wir stilecht auf einem Plastik-Schneidebrett im Kofferraum zu uns. Danach stand die Zahnpflege an.

Reminder für das nächste Mal: Putze niemals deine Zähne mit gesprudeltem Wasser! Du ähnelst sonst einem Tollwütigen.

Am nächsten Morgen besichtigten wir unter Nieselregen den Dresdner-Zwinger, die Frauenkirche, das Elbufer und den goldenen Reiter. Dann ging es auf nach Berlin.

Glücklicherweise erreichten wir problemlos unser Hostel, welches wir mit Hilfe einer App gefunden haben. Hier bezogen wir ein kostengünstiges Vierbettzimmer.

Am nächsten Morgen machten wir uns mit der U-Bahn in Richtung Potsdamer Platz auf, wo das Deutsche Bahn-Hochhaus und das Sony-Center stehen. Außerdem gingen wir auf Grenzsteinen die den Verlauf der ehemaligen Berliner Mauer markieren. Danach mussten wir unbedingt weiter zum Brandenburger Tor, zum imposanten Reichstagsgebäude und natürlich zum Bundeskanzleramt. Leider wollte uns Angela Merkel nicht empfangen. Macht nichts – dann lassen wir ihr den Gruß halt so zukommen. johannes-purr-berlin

Nachdem wir uns die Siegessäule angeschaut hatten, machten wir eine kurze Pause im Schlosspark von Bellevue und statteten auch noch dem Bundespräsidenten einen Besuch ab.Doch all das konnte nicht mit unserem Abendesssen, einem Döner für unschlagbare 2,80 Euro mithalten. Wir hatten das Gefühl wir könnten Bäume ausreißen. Nicht nru, weil ich den scharfen Döner gewählt hatte.

Auch am letzten Tag in Berlin war wieder ein Power-Programm geplant. Vom Schlosspark Charlottenburg ging es zum Kurfürstendamm und dem weltbekannten Kaufhaus des Westens (KaDeWe). Am Gendarmenmarkt beschäftigten wir uns mit der Geschichte der klassischen Musik und rundeten unseren Aufenthalt in Berlin mit dem Besuch des Olympiastadions ab.

Wehmütig, aber dennoch voller Vorfreude machten wir uns zur letzten Station der Ostsee, genauer gesagt zu einem Campingplatz, welcher nur 400 Meter vom Meer entfernt in der Gemeinde Graal-Müritz lag, auf.

Wir parkten direkt zwischen zwei Bäumen in unmittelbarer Nähe zum Meer. Ich zog mir sofort meine Badehose an, denn ich konnte es nicht mehr erwarten in der Ostsee zu baden. „War das kalt!“

Zu unserem Entsetzen mussten wir am nächsten Tag feststellen, dass sehr viele Strandbesucher selbstbewusst ihre Nudität zur Schau stellten.

Diese Nähe zur Natur veranlasste uns nachmittags den Strand zu verlassen und in Richtung Rostock aufzubrechen. Überraschenderweise fand zu dieser Zeit das 27te Rostocker Hanse Sail statt. Eine Art Volksfest.

Nachdem wir auch die schöne Altstadt besichtigt hatten fuhren wir weitere 189 Kilometer, begleitet von einer starkregenfront, zu einem Rastplatz vor Hamburg.

Dort übernachteten wir ein letztes Mal in unserem ans Herz gewachsenen Renault Kangoo bevor wir die Heimreise antraten.

Aber wie viel Geld haben wir denn jetzt gebraucht?

Nun ja – wir legten circa 2400 Kilometer zurück, haben viermal getankt, in einem Hostel und einem Campingplatz übernachtet, waren Essen und haben die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt. Für all das benötigten wir, trotz geplanter Planlosigkeit, nur 170 Euro pro Person.

Fazit: Auch in Deutschland kann man einen Urlaub der anderen Art machen.

 

johannes-purr

Über den Autor: Wenn Johannes Purr nicht gerade mit dem Auto durch Deutschland kurvt oder sich eine Erkältung in der Ostsee holt, arbeitet er bei easyCredit als dualer Student und widmet sich parallel seinem Betriebswirtschaftsstudium an der Technischen Hochschule Nürnberg. Außerdem plant Johannes schon den nächsten Road-Trip für das Jahr 2017.