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Gastbeitrag von Florian Zenk

 

Die Art, wie und wo wir unsere Bankgeschäfte tätigen, wie wir bezahlen, wie wir sparen, wie wir Kredite aufnehmen: Alles das wandelt sich jetzt schon und wird in Zukunft nicht mehr so sein, wie wir es bisher gewohnt sind. Banken werden von ihren Kunden anders wahrgenommen und müssen andere Kundenbedürfnisse erfüllen. Verantwortlich dafür ist Fintech und die Digitalisierung.

 

 

FinTech Suche auf der ganzen Welt

Deshalb habe ich mich auf eine Fintech-Reise aufgemacht und mir angeschaut, was Fintech-Unternehmen erfolgreich macht und wie Banken auf der ganzen Welt die Digitalisierung als Chance nutzen können.

 

 

 

Mit dem Handy bezahlen in Kenia: M-PESA

Die erste Station meiner Reise führt mich nach Kenia. Kenia ist ein Entwicklungsland mit großen Problemen. Terror, Korruption und Armut machen dem Land schwer zu schaffen. Doch mitten im Chaos der Hauptstadt Nairobi ist es bereits heute vollkommen normal mit dem Handy zu bezahlen. Verantwortlich dafür ist M-PESA. M-PESA ist ein mobiles Bezahlverfahren und wurde von Safaricom, dem größten Mobilfunkanbieter Kenias, entwickelt.

 

 M-PESA: In Kenia nahezu überall bezahlen

Egal wo man hinschaut, M-PESA ist allgegenwärtig. In jedem Supermarkt, im Taxi, an jedem kleinen Kiosk: Überall kann mit M-PESA bezahlt werden – und praktisch jeder tut das auch. Inzwischen erhalten sogar viele Angestellte ihr Gehalt direkt auf ihr M-PESA-Konto gutgeschrieben und an jedem Geldautomaten kann Geld mit dem Handy vom Konto abgehoben werden. Das ganze System ist so einfach aufgebaut, dass es jeder bedienen kann und es mit jedem Handy funktioniert.

 

 

Der Erfolg von M-PESA hat inzwischen dazu geführt, dass aus dem Mobilfunkunternehmen Safaricom eine systemrelevante Bank geworden ist.

 

 

 

 

Authentic ID: Vollständige Legitimation in nur 9 Sekunden

Die Reise geht weiter in die USA. Dort gibt es ein System, mit dem die Legitimation des Kunden innerhalb von 9 Sekunden möglich ist – und das vollautomatisch. Dazu fotografiert der Kunde seinen Ausweis und macht von sich selbst ein Selfie. Das System dahinter gleicht das Selfie anhand biometrischer Merkmale mit dem Bild des Ausweises ab, prüft die Sicherheitsmerkmale des Ausweises und übernimmt alle Daten direkt in das System. Der Kunde muss diese Daten also nicht mehr per Hand erfassen.

 

Keine manuelle Dateneingabe, sofortige Legitimation und das alles schnell und vollautomatisch. Authentic ID hat damit ein Produkt mit hohem Potenzial geschaffen. Der Ansatz zeigt, dass die Videolegitimation, die in Deutschland stark auf dem Vormarsch ist, sicherlich nur ein Anfang ist.

 

Westpac New Zealand: Auf dem Weg zur besten digitalen Bank

In Neuseeland sind die Wege weit. Da überlegt man es sich zweimal, ob man mal eben die Fahrt zur nächsten Bankfiliale unternimmt. Westpac NZ ist eine der großen klassischen Banken Neuseelands mit einem flächendeckenden Filialnetz und einer breiten Kundenstruktur. Westpac NZ vollzieht jedoch gerade einen radikalen Wandel. Die Bank hat sich zum Ziel gesetzt, die beste digitale Bank Neuseelands zu werden. Deshalb liegt der Fokus aller Aktivitäten auf dem Thema Digitalisierung. Das bedeutet: Schnelle Releasezyklen, moderne und agile Entwicklungsmethoden und Konzentration auf den Kundennutzen.

 

FinTechs auf der ganzen Welt

Ich erfahre, was der Grund für diesen radikalen Wandel ist. Westpac NZ tut das nicht in erster Linie, um sich gegen die heutigen Wettbewerber durchzusetzen. Vielmehr geht es darum, vorbereitet zu sein, wenn einer der großen digitalen Player wie Apple, Facebook oder Google in den Bankmarkt einsteigen sollte. Denn dann konkurriert man gegen Unternehmen, die schnell, agil und voll auf die Bedürfnisse des Kunden ausgerichtet sind.

 

Das Innovation Lab der Commonwealth Bank of Australia (cba)

In bester Lage in Sydney befindet sich das Innovation Lab der cba. Das Innovation Lab ist ein riesiges Labor, in dem die Bank Ideen entwickelt, diese Ideen zu Produkten führt und sie direkt von Kunden testen lässt. In den sogenannten „Garagen“ sitzen die interdisziplinären Projektteams, nur durch Flipcharts voneinander getrennt. Meetings und Telefonate gibt es in diesem Bereich nicht. Stattdessen wird im Team an neuen Ideen und Lösungen gearbeitet. Mit Hilfe von Design Thinking werden neue Ansätze entwickelt, bei denen zunächst ausschließlich der Kundennutzen betrachtet wird. Besonders spannend finde ich die Offenheit, mit der hier mit neuen Ideen umgegangen wird. Nicht nur ich als Gast kann mir alle Ideen genau anschauen, der Raum ist komplett mit Glas umgeben und sogar von der Straße aus einsehbar.

 

In das Labor wurde ein eigener Bereich zum Testen von Prototypen eingebaut. Usability-Tests inklusive Eyescreening werden seitdem direkt in der Bank durchgeführt. Dadurch bekommt das Projektteam noch direkteres Feedback, es werden häufiger – und vor allem früher – Usability-Tests durchgeführt und Erkenntnisse können schneller umgesetzt werden.

 

Zeit für ein Resümee

Das Ende der Reise ist erreicht und es ist Zeit für ein Resümee. Auf der ganzen Welt beschäftigen sich unzählige Menschen damit, das heutige Bankgeschäft zu optimieren, zu verändern oder komplett zu erneuern. Praktisch täglich wird ein neuer Service oder ein neuer Ansatz entwickelt – und die Geschwindigkeit nimmt kontinuierlich zu. Was aber alle erfolgreichen Ansätze verbindet ist Einfachheit, Vernetzung und die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Kunden. Wer sich daran orientiert – egal ob Startup oder Großbank – wird in der Fintech-Welt eine Zukunft haben.

 

Die easyCredit-Learning Journey

Die Fintech-Reise ist Bestandteil der easyCredit-Learning Journey. Idee der Learning Journey ist es, Mitarbeitern von easyCredit die Möglichkeit zu bieten, für einen begrenzten Zeitraum den gewohnten Arbeitsalltag zu verlassen und sich für die eigene Aufgabe in einem anderen Umfeld inspirieren zu lassen. Dazu können Mitarbeiter eigene Konzepte einreichen und alle Mitarbeiter des Unternehmens stimmen ab, welche Learning Journey in die Tat umgesetzt werden soll.

 

 

Über den Autor:

Florian Zenk Florian Zenk ist Mitarbeiter bei easyCredit. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung von Liquiditätslösungen, die vom Kunden her gedacht sind.