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Manche Apps sind wie gute Bücher: Jeder hat sie im Regal, aber kaum jemand hat sie gelesen. Jetzt mal Hand aufs Herz: Vor Ihrem inneren Auge hüpft Frodo Beutlin doch auch durch eine malerische Berglandschaft in Neuseeland und nicht über die mehr als 1.000 Seiten von Tolkiens Buchvorlage. Nicht wahr? Ganz ähnlich scheint es sich auch mit Finanz-Apps, oder kurz „Fin-Apps“, zu verhalten. Es gibt viele hippe Tools, die in der Theorie ganz viel können und chic aussehen. In Wahrheit brauchen wir aber das meiste nicht, und wollen es eigentlich nur einfach und übersichtlich, oder? Genau das haben wir 1.000 Bundesbürger gefragt.

 

Ideale Finanz-Apps: Wie ein Blick ins Portemonnaie

 

63 Prozent der Deutschen nutzen mobile Anwendungen bereits, um sich in Finanzdingen auf dem Laufenden zu halten. Im Vordergrund steht dabei jedoch die Kontrolle. Knapp die Hälfte der App-Nutzer möchte beispielsweise einfach nur den Kontostand im Blick behalten. Auch unterwegs gilt, sich schnell und unkompliziert zu informieren, ohne ständig Kontoauszüge zu ziehen. Aktive Finanzgeschäfte spielen demgegenüber eine weniger gewichtige Rolle. Nur 35 Prozent nutzen etwa eine App für Überweisungen. Und das, obwohl schon deutlich mehr als 40 Prozent der Kunden bereits Onlinebanking nutzen und das Mobile-TAN-Verfahren kennen. Lesen Sie hierzu auch unseren Blogbeitrag zu „TAN hat nichts mit Sonnenbank zu tun“.

 

Insgesamt sind also Apps gefragt, die in Geldfragen alles auf einen Blick präsentieren. Wer sucht, der findet auch. Vor allem Empfehlungen für digitale Helfer auf dem Smartphone oder Tablet, die aktuelle Börsenkurse abrufen, Geldautomaten in der Umgebung finden oder die eigenen Ausgaben auflisten. 18 Prozent nutzen aktuell ein elektronisches Haushaltsbuch, um den täglichen Geldfluss im Blick zu behalten. Im Fachjargon reden wir dabei von Personal Finance Management und begleitenden Services. Das ist einer von vier wesentlichen Bereichen, in denen FinTechs, also junge Start-Ups in der Finanzbranche, Innovationen vorantreiben.

 

Mobiles Finanzmanagement noch vor dem Durchbruch

 

Die „neuen Player im Finanzsektor“ hat Dr. Hansjörg Leichsenring an dieser Stelle in zwei Schwerpunkte eingeordnet: Optimierer und Aggregatoren. Den Optimierern geht es um das nächste große Ding bei privaten Finanzgeschäften, also um etwas Neues, Besseres, das mehr bietet als bisherige Anwendungen – oder Prozesse so vereinfachen, dass der Kunde Zeit und Energie spart, die er für seine Freizeit verwenden kann. Die sogenannten Aggregatoren sammeln in erster Linie Informationen aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören etwa Girokonten oder elektronische Haushaltsbücher; diese Daten bereiten die Apps für den Nutzer intelligent auf. Moderne Anwendungen ermöglichen sogar Analysen und Empfehlungen.

 

Laut unserer Umfrage, gehören die Deutschen zur Zielgruppe der „Alles-im-Blick“-Behalter. Offenbar sind wir keine Jäger, sondern Sammler – Sammler von Informationen. Nur eine Minderheit betreibt derzeit aktiv Trading via Smartphone oder anderer mobiler Geräte. Nur ein kleines Prozent der heutigen App-Nutzer scheint über Kontoübersicht und Haushaltsbuch hinaus wirklich etwas zu vermissen. Anders ausgedrückt: Fast niemand geht jagen. In Finanzdingen sind die Deutschen offenbar vorsichtig, sie sind wohlüberlegt, informieren sich in Ruhe und treffen ihre Entscheidung in der Sicherheit des eigenen Zuhauses oder in einer Bankfiliale.

 

Wie ist das bei Ihnen? Was für Apps machen Sinn? Welche nutzen Sie – und wie?

 

2015-08-07 Finanz-Apps_Faktenkontor

Durchführendes Marktforschungsinstitut Toluna